Nachholbedarf vor allem bei Versicherungen - Investoren hoffen bei Beteiligungskapital auf extrem hohe Renditen
Studie prognostiziert hohen Mittelzufluss in Private Equity

Trotz schwieriger Marktbedingungen wollen die institutionellen Investoren in Europa ihre Investitionen in Private Equity in den kommenden Jahren aufstocken. Hintergrund ist der anhaltende Renditeverfall bei den traditionellen Anlageklassen Aktien sowie Rentenpapiere.

HB/pk FRANKFURT/M. Wie aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Mackewicz & Partner unter Institutionen mit verwalteten Vermögen von knapp fünf Bill. Euro hervorgeht, sind derzeit 1,2 Prozent oder knapp 60 Mrd. Euro in außerbörsliches Beteiligungskapital geflossen. Die Quote soll in den kommenden drei bis fünf Jahren auf durchschnittlich 3,1 Prozent aufgestockt werden, sagt Uwe Fleischhauer, einer der Betreuer der Investoren-Studie. Dies würde bedeuten, das zusätzlich rund 90 Mrd. Euro in diese Asset-Klasse fließen dürften.

Den größten Nachholbedarf in so genannten Alternative Assets hätten die Versicherungen und Pensionskassen, über 70 Prozent der Teilnehmer an der Befragung wollten ihren prozentualen Anteil zukünftig erhöhen. Zum Vergleich: Dagegen denken nur 55 Prozent der Banken und 33 Prozent der Geldmanager in der Industrie an eine Aufstockung. Rüdiger Kollmann, Vorstand der Münchner Solutio AG, sieht ebenfalls wachsendes Interesse der Versicherer, jedoch behinderten offene Fragen in der steuerlichen Behandlung der Private Equity-Investments einen Durchbruch. Sogar bei den Aufsichtsbehörden und auch auf Verbandsebene werde eine Risikostreuung in Richtung Beteiligungskapital unterstützt.

Die Mackewicz-Studie gibt auch erstmals eine detaillierte Aufschlüsselung über die Renditevorstellungen der Investoren. So erwarten die institutionellen Investoren eine Mindestrendite von gut 16 Prozent, auf jeden Fall aber eine Outperformance des Aktienmarktes von fünf Prozentpunkten. Die Zielrendite beträgt sogar im Mittel ambitionierte 24,3 Prozent. Begründet werden diese relativ hoch gesteckten Vorgaben unter anderem mit der Hoffnung, ein antizyklisches Investieren in schwierigen Zeiten - wie sie der Markt jetzt durchlebt - zahle sich zukünftig aus.

Bei den bisher erzielten Renditen mit Beteiligungskapital wurde ein mittlerer Wert von 19 Prozent angegeben. Für 13 Prozent der Asset Manager haben sich die Ertragserwartungen bis dato nicht erfüllt, 30 Prozent lagen über Plan und knapp 60 Prozent "on target". Unschlüssig sind noch viele Entscheider in der Assekuranz und bei den Versorgungswerken, ob sie die neue Asset-Klasse selbst steuern oder extern betreuen lassen sollen.

Solutio-Chef Kollmann glaubt, dass viele Anlageprofis von direkten Beteiligungen an Unternehmen wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit eher in Richtung Dachfonds tendierten. Hier wird das Risiko über mehrere Beteiligungsfonds verteilt, die sich an zahlreichen Einzelfirmen beteiligen.

Private Equity-Experte Fleischhauer gibt zu Bedenken, dass man bei Dachfonds höhere Kosten in Kauf nehmen müsse, da die Managementgebühren mehrfach anfielen. Andererseits brauche man für eine "Inhouse"-Lösung ein Team von rund vier bis sechs Managern, wobei diese Experten teuer sind. Generelle Probleme blieben die Intransparenz des Marktes und die lange Bindungsdauer des Kapitals.

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