Nachlässigkeit beim Kampf gegen BSE
Familien von Creutzfeldt-Jakob-Opfern gehen vor Gericht

afp PARIS. In Frankreich ziehen die Familien zweier Creutzfeldt-Jakob-Opfer vor Gericht. Wie das Nachrichtenmagazin "Le Point" berichtete, werden die Familien am Freitag Klage gegen Unbekannt wegen "Vergiftung" einreichen. In dem bisher beispiellosen Verfahren werfen die Familien der Opfer den französischen, britischen und europäischen Behörden Nachlässigkeit bei der Bekämpfung der Rinderkrankheit BSE vor, die als Ursache für die neue Variante der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen gilt.

Vertreten werden die Familien durch den Pariser Anwalt François Honnorat. Die hundert Seiten umfassende Klage wirft den zuständigen Behörden vor allem vor, "zu spät" und nur "teilweise" die Verfütterung von Tiermehl verboten zu haben, das als Auslöser des Rinderwahns gilt. Die britischen Behörden trügen eine "schwere Verantwortung", weil sie wissentlich die Ausfuhr von Fleisch mit erheblichem BSE-Risiko gestattet hätten. Die französischen Behörden hätten der Gesundheit der Verbraucher nicht die oberste Priorität eingeräumt und durch mangelnde Informationen den Eindruck erweckt, BSE bleibe auf Großbritannien beschränkt.

Kläger sind die Familien von Laurence Duhamel, die im Februar im Alter von 36 Jahren an Creutzfeldt-Jakob starb, sowie die Eltern des 19-jährigen Arnaud Eboli, der vor einem Jahr an Creutzfeldt-Jakob erkrankte und im Sterben liegt.

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