Nachlass für Frühzeichner
Flughafen bietet Fraport-Aktie günstiger als erwartet an

Mit der am Montag beginnenden Zeichnungsfrist geht der Börsengang des Frankfurter Flughafens in die heiße Phase. Die gute Nachricht für Anleger:Die Aktien der Betreibergesellschaft Fraport AG kosten zwischen 32 und 37 Euro und sind damit etwas günstiger bewertet als von Branchenexperten erwartet.

hz FRANKFURT/M. Privatanleger, die bis zum 1. Juni ordern, erhalten einen Frühzeichnerrabatt von einem Euro.

Analysten halten die Preisspanne für angemessen. Allerdings sollte der zweitgrößte Flughafen Europas den Preisrahmen ihrer Meinung nach nicht ausreizen. Dem Fraport-Börsengang wird angesichts seines Umfangs eine Schlüsselrolle für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte beigemessen: Läuft die Emission erfolgreich, könnte die Stimmung an der Börse ins Positive drehen und damit weitere Unternehmen zu Börsengängen ermutigen.

Fraport darf auf einen Emissionserlös von bis zu 840 Millionen Euro hoffen. Damit ist die Platzierung nach der Emission der Deutschen Börse Anfang Februar der bislang größte deutsche Börsengang in diesem Jahr. Die Konsortialbanken beziffern den Börsenwert von Fraport mit 2,78 Milliarden Euro bis 3,2 Milliarden Euro. Rund 29% des Aktienkapitals sollen an den Kapitalmarkt gebracht werden. Die Alteigentümer, das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der Bund, halten nach dem Börsengang die restlichen 71%.

Die Zeichnungsphase für die bis zu 26,1 Millionen Aktien endet am 7. Juni, erster Handelstag ist der 11. Juni. Der Frankfurter Airport ist der erste Flughafen in Deutschland, der an die Börse strebt. Die Konsortialbanken hatten den fairen Wert der Fraport-Aktie zunächst auf 38 bis 47 Euro beziffert. Die Papiere werden nun mit einem nicht unüblichen Risikoabschlag von bis zu 20% angeboten, um angesichts der labilen Stimmung am Aktienmarkt einen Kaufanreiz zu geben. Bei einem Ausgabepreis am oberen Ende dieser Spanne würde Fraport jedoch trotz des Risikoabschlags mit einem höheren Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet als der größte Konkurrent British Airport Authority (BAA), der als Messlatte für den Börsengang gilt.

Analysten stufen die Fraport-Bewertung grundsätzlich als angemessen ein. "Das ist vielleicht der richtige Wert zur richtigen Zeit", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Der Preisspielraum sollte nach Expertenmeinung aber nicht ausgereizt werden, um der Aktie nicht jedes Kurspotenzial zu nehmen.

Der Erfolg von Fraport hängt stark vom umstrittenen Ausbau des Frankfurter Flughafens ab. Die Erweiterung findet breite politische Unterstützung, lärmgeplagte Anwohner protestieren jedoch. Die Konsortialbanken beurteilen die Fraport-Aktie als "risikoarme Möglichkeit, von der zunehmenden Kommerzialisierung der globalen Flughafenindustrie zu profitieren".

Fraport strebt eine Notierung im M-Dax der Frankfurter Börse an. Im M-Dax sind 70 mittelgroße Firmen zusammengefasst. Im Fall einer Überzeichnung sollen Bewohner der Rhein-Main-Region bei der Zuteilung bevorzugt werden.

Weitere Informationen zum Börsengang auf der Internetseite der Fraport AG

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