Nachlassende Spekulationen
Euro fällt auf 6-Monatstief

Der Euro ist am Dienstag wegen nachlassender Spekulationen über mögliche Stützungskäufe durch Notenbanken erneut auf den tiefsten Stand in diesem Jahr gefallen. Analysten machten unbesorgte Äußerungen der Finanzminister der Eurogruppe über den Eurokurs für den jüngsten Kursrutsch verantwortlich.

Reuters FRANKFURT. Die Minister sprachen sich bei ihrem Treffen in Luxemburg nicht für Interventionen zu Gunsten des Euro aus. Einige Analysten hatten erwartet, dass die Minister den Euro mit einer deutlichen Stellungnahme stützen wollten. "Die europäischen Finanzminister haben gezeigt, dass der Euro ihnen keine Sorgen bereitet", sagte Ken Landon, Währungsanalyst von der Deutschen Bank.

Am Morgen war der Euro in Tokio auf ein neues Sechs-Monatstief von 0,8420 $ gefallen. Die Gemeinschaftswährung konnte sich bis gegen 9.40 Uhr MESZ auf Kurse um 0,8433/38 $ erholen. Am Montagabend hatte der Euro in New York zuletzt 0,8455/65 $ gekostet. Nachdem sich die von Interventionsspekulationen ausgelösten Kursgewinne der Gemeinschaftswährung vom Montag nach den Ministeräußerungen verflüchtigt hatten, äußerten sich Analysten skeptisch zu den Aussichten des Euro. "Es könnte leicht passieren, dass der Euro im Sommer seine Rekordtiefs testet", sagte Landon.

Finanzminister diskutieren über Intervention

Technische Analysten sahen vor allem nach einer möglichen Talfahrt unter den November-Tiefstand von 0,8370 $ keine bedeutenden Unterstützungen bis zum Allzeit-Tiefstand von 0,8225 $. "Jetzt wird der Markt nicht zufrieden sein, bis er das Allzeittief antestet", sagte ein japanischer Händler.

Auf die Frage, ob Interventionen jetzt wieder angebracht seien, sagte der Vorsitzende der Eurogruppe, der belgische Finanzminister Didier Reynders, am Dienstag: "Interventionen sind ein Instrument, das zur Verfügung steht." Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte am Montag gesagt, er sehe keine aktuelle Veranlassung für eine Intervention. Die Gemeinschaftswährung war am Montag nach neuen Spekulationen über mögliche Stützungskäufe der Zentralbanken erstmals seit Tagen wieder über die Marke von 0,85 $ gestiegen.

Die Empfehlung der US-Investmentbank Morgan Stanley, den Anteil europäischer Regierungsanleihen in einem weltweiten Portfolio auf 33 von 41 % zu reduzieren, nannten Analysten als weiteren Grund für Euro-Verkäufe.

Der Dollar legte auch gegen die japanische Währung etwas zu und notierte bei 119,42/44 Yen nach 119,20/30 Yen am Vorabend in New York.

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