Nachmittagsbericht
Dax rutscht nach US-Daten ins Minus

Bis zum Abend gab das Börsenbarometer 0,20 % nach.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Dienstagnachmittag nach Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten ins Minus gerutscht. Bis gegen 16.45 Uhr gab das Börsenbarometer 0,20 % auf 7314 Punkte nach. Von 30 gehandelten Standardwerten wiesen 17 Papiere einen Abschlag und 13 einen Aufschlag aus. Bis zum späten Nachmittag hatten rund 41 Mill. Dax-Werte ihren Besitzer gewechselt, was Börsianer als überdurchschnittlich bezeichneten. Händler sagten, dass sich der Markt insgesamt nach dem Kursabsturz der Telekom am Vortag gut halte und die geplante Übernahme der US-Telefongesellschaft Voice-Stream nun fast verdaut habe.

Die New Yorker Aktienbörse eröffnete am Dienstag uneinheitlich und wies den deutschen Börsianern keine klare Richtung. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte lag im frühen Geschäft 0,26 % höher auf 10 711 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index, der zunächst im Plus gestartet war, verlor dagegen 0,13 % auf 3976 Zähler.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board veröffentlichte am Nachmittag die Zahlen zum Verbrauchervertrauen in den USA. Danach stieg der Gesamtindex im Juli auf 141,7 von revidiert 138,8 im Juni. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum mit einem Gesamtindexstand von 140,1 gerechnet. Einige Händler sprachen nach den Zahlen von wieder aufkeimenden Zinsängsten, die die Börse belastet hätten.

Die Aktien der Deutschen Telekom begaben sich nach ihren schweren Vortagesverlusten auf Erholungskurs und legten gegen den allgemeinen Abwärtstrend um 0,5 % auf 49,03 Euro zu. Im Verlauf hatten sie sogar ein Hoch bei 51,43 Euro gesehen, was einem Plus von 5,4 % entspricht. Mit knapp 20 Mill. gehandelter Aktien war die Telekom umsatzstärkster Wert im Dax. Nach der Ankündigung der geplanten Übernahme von VoiceStream war die T-Aktie am Montag um rund zwölf Prozent auf 48,79 Euro eingebrochen. Analysten und Händler sagten, dass die Börsianer die Übernahme allmählich verdauten und das niedrige Niveau für kursgünstige Anschaffungen nutzten.

"Wir denken, dass der niedrige Aktienkurs der Telekom eine extrem gute Kaufgelegenheit bietet", sagte WestLB-Panmure-Analyst Holger Grawe. Die West LB Panmure hatte am Dienstag die Aktien der Deutschen Telekom auf "Kaufen" von zuvor "Outperformer" hochgestuft. Das Papier scheine nach dem Kursrutsch am Montag überverkauft zu sein, begründete die Investmentbank ihre Entscheidung. Die Aktien der Deutschen Telekom sind seit Jahresbeginn um rund 30 % gefallen.

Der Technologiesektor musste im Zuge der schlechten Vortagsvorgaben der Nasdaq Verluste hinnehmen. SAP verbilligten sich um 2,8 %, Epcos um 3,2 % und Siemens um 1,7 %. Die Siemens-Tochter Infineon sackte um 1,1 % ab. Die Siemens AG legt am Mittwoch ihre Neunmonatszahlen vor.

Größter Gewinner am Markt war Thyssen Krupp mit einem Zuwachs um 4,6 % auf 17,99 Euro. Am Vortag hatte das Unternehmen bekannt geben, sein Stahlgeschäft im September an die Börse bringen und dabei von der florierenden Stahlkonjunktur profitieren zu wollen. Zweitgrößter Kursgewinner war die Münchener Rück. Der Rückversicherer konnte vier Prozent gut machen. Allianz legten um 1,5 % zu.

Die Nebenwerte präsentierten sich knapp behauptet. Der MDax gab moderate 0,04 % auf 4649 Punkte nach. Der Neue Markt präsentierte sich bei mittelmäßigen Orders und dünner Nachrichtenlage etwas leichter. Der Nemax-All-Share-Index verringerte sich um 0,33 % auf 5476 Punkte.



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