Nachrichtenflut
Wall Street rechnet nicht mit Oktober-Crash

Die New Yorker Aktienmärkte werden nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr im Oktober keinen Börsenkrach wie 1929 und 1987 erleben.

rtr NEW YORK. Diesmal werde der Monat Oktober nicht so schlimm sein, sagte ein Analyst. "Der Markt hat den Crash bereit hinter sich", fügte er hinzu mit Hinweis auf die drastischen Kursrückgänge nach den Anschlägen in den USA am 11. September. In der nächsten Woche dürften die Kurse höchstens leicht sinken. Am Markt werde angesichts der bevorstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank, einer Reihe von Konjunkturdaten sowie der Unsicherheit über die militärische Entwicklung im Kampf gegen islamistische Extremisten eine abwartende Haltung herrschen.

In der nächsten Woche werde die Wall Street von Nachrichten überschüttet, sagte ein Analyst. Es werde damit gerechnet, dass viele Unternehmen Gewinnwarnungen ausgeben werden. Außerdem werde eine Reihe von Konjunkturdaten erwartet. Bereits am Montag steht der Index der US-Einkaufsmanager (NAPM) zur Veröffentlichung an. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen im Durchschnitt mit einem Rückgang des Indexes auf 45,5 von 47,9 Punkten im August. Ein Indexstand unter 50 Punkten signalisiert eine wirtschaftliche Abkühlung, über 50 Punkten eine Expansion.

Der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht für September dürfte Volkswirten zufolge einen weiteren Stellenabbau außerhalb der Landwirtschaft belegen. Von Reuters befragte Experten gehen im Durchschnitt davon aus, dass im September 109 000 nach 113 000 Arbeitsplätzen im August verloren gegangen sind. Die Quote der Erwerbslosen sollte nach ihrer Ansicht dabei mit 4,9 % unverändert geblieben und die durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 % gestiegen sein.

Zinsentscheidung am Dienstag

Das wichtigste Ereignis der nächsten Woche dürfte allerdings die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Dienstag sein, hieß es. Von 25 am Freitag von Reuters befragten Rentenhändlern gehen 21 von einer Zinssenkung um 0,5 %punkte aus. Vier Händler prognostizierten eine Rücknahme der Leitzinsen um lediglich 25 Basispunkte. Im bisherigen Verlauf des Jahres hat die US-Notenbank schon acht Mal die Zinsen um insgesamt 3,5 %punkte gesenkt, um eine weitere Konjunkturabkühlung aufzuhalten. Mit drei Prozent ist der Zielsatz für Tagesgeld derzeit so niedrig, wie zuletzt wie vor etwa sieben Jahren.

Am Freitag hatten die US-Börsen fester geschlossen. Die Erholung setzte allerdings bereits Anfang der Woche an. Der Dow-Jones-Index legte im Wochenvergleich um 7,4 % zu. Dennoch lag der Index noch um mehr als acht Prozent unter seinem Stand, den er vor den Anschlägen erreicht hatte. Durch die Anschläge in den USA am 11. September wurde an den internationalen Aktienmärkten eine steile Talfahrt ausgelöst, die nach einsetzender Erholung in dieser Woche zunächst gebremst wurde. Kriegs- und Rezessionsängste hatten in den Tagen direkt nach der Katastrophe zu Ausverkäufen geführt, die am 21. September in neuen Tiefstständen der wichtigsten Indizes gipfelten. Dabei brach der Dow-Jones-Index zeitweise um rund 16 % ein.

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