Nachrichtenmagazine „Spiegel“ und „Focus“ legen zu
Börse lässt Anlegermagazine leiden

Die Flaute an den europäischen Börsen hinterlässt immer tiefere Spuren bei Anlegerzeitschriften. Nach den neuesten IVW-Zahlen für das 2. Quartal 2001 büßten vor allem "Börse online" und "Euro am Sonntag" ein.

DÜSSELDORF. Der Kurssturz am Neuen Markt hat den Anlegermagazinen in den letzten drei Monaten schwer zu schaffen gemacht. Der Nemax nahm bei seiner Fahrt in den Keller auch Wirtschaftstitel wie "Börse Online" (-34,8 %), "Euro am Sonntag (-34,6 %) und "Der Aktionär" (-41,7 %) mit. Das belegt die gestern vorgelegte Auflagenstatistik der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW). Trotz der negativen Zahlen geht eine Reihe von Medienunternehmen weiter davon aus, dass das Interesse an Wirtschafts- und Finanzinformationen mittelfristig weiter zu nimmt.

Der Minustrend, der seit rund einem Jahr anhält, trifft jedoch nicht alle gleichmäßig. Während "Börse Online" von Gruner + Jahr um 109 000 auf 204 000 und der Springer-Titel "Euro am Sonntag" um knapp 70 000 auf 132 000 sanken, stabilisierten sich andere Anlegertitel. Beispielsweise büßte die "Telebörse" (Verlagsgruppe Handelsblatt) im Vergleich zum Quartal des Vorjahres nur-13 % (124 000) oder "Focus Money" (Burda) nur-4,9 % (141 000) ein. Bei den traditionellen Wirtschaftstiteln musste vor allem "Capital" von Gruner + Jahr Federn lassen. Die Auflage der Kölner Zeitschrift sank um-11,8 % auf 234 000. Die "Wirtschaftswoche" (Verlagsgruppe Handelsblatt) lag bei 187 000 (-3,8 %). Die Auflage von "DM" (Verlagsgruppe Handelsblatt) ging um-6,9 % auf 189 000 zurück. Überdurchschnittlich stark legten "Handelsblatt Junge Karriere" mit 9,8 % (126 000) und "Impulse" mit 8,4 % (144 000) zu.

Bei den aktuellen Zeitschriften und Magazinen ist der Aufwärtstrend unverkennbar. "Der Spiegel" steigerte seine Auflage um 7,1 % auf 1,079 Mill. Hingegen fiel Focus, der Konkurrent aus dem Hause Burda, bei seiner Verfolgungsjagd mit einer geringen Steigerung auf 757 000 Exemplaren zurück. Der "Stern" stagnierte bei 1,082 Mill. Hingegen sank die Auflage der "Bild" auf 2,457 Mill.

Weiter auf dem Vormarsch sind so genannte People-Magazine wie Burdas Flaggschiff "Bunte" (764 000) mit 5,1 % und der Gruner + Jahr-Titel "Gala" (764 000) mit 2,4 %. Weiter stark im Trend sind auch Wissensmagazine mit einem Plus von 12,8 % in diesem Segment. Davon konnten Zeitschriften wie "Öko-Test-Magazin" profitieren. Aber auch Titel "Ecos" (Verlagsgruppe Handelsblatt), "Bild der Wissenschaft" und "National Geographic" legten deutlich zu. Selbst Marktführer "Geo" steigerte seine Auflage auf fast eine halbe Million Exemplare.

Bei den überregionalen Tageszeitungen baute "Bild" (Springer) trotz einer Preissteigerung seine Position leicht aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkaufte die größte Kaufzeitung 4,396 Mill. Um 2,3 % steigerte das Schwesterblatt "Welt" seine Auflage auf 255 000 Exemplaren. Auflagenverluste mussten "Frankfurter Rundschau" (192 000) mit-1,3 % und "Handelsblatt" (156 000) mit-6,3 % verzeichnen. "Süddeutsche Zeitung" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatten ihre Zahlen nicht rechtzeitig gemeldet, um in der IVW-Statistik erfasst zu sein.

Brancheninsider verweisen darauf, dass die Verluste im Jahresvergleich, wie sie durch die jüngsten IVW-Zahlen dokumentiert sind, bei vielen Titeln nicht den Langzeittrend wieder spiegeln. Denn der Zahlenspiegel nimmt das Boomjahr 2000 als Maßstab. So gebe es trotz der jüngsten Minuszahlen bei vielen Zeitschriften und Zeitungen einen mittelfristigen Aufwärtstrend, bilanziert die Branche.

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