Nachts wollen Segler nicht lange in der Kombüse hantieren. Ihr Rettungsanker: die Dose.
Konserven für den Kapitän

Die Raumfahrt hat der Menschheit die Teflon-Pfanne und die (ganz gewiss nährstoffreiche) Astronautennahrung aus der Tube beschert. Erstere wurde zu einer Bereicherung für die private Küche, Letztere ... na ja.

Weitaus wichtigere und vielfältigere Beiträge für das Ernährungsverhalten der Menschheit hat von jeher die Seefahrt beigetragen. Zum Beispiel durch den Transport, Import und Export von Lebensmitteln. Die Kartoffel eroberte in der Zeit nach Kolumbus Europa, das Sauerkraut irgendwann mal Amerika. Wobei der durch Gärung haltbar gemachte Weißkohl zugleich eine ureigene Erfindung der seefahrenden Kombüsentüftler war

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Aber nahezu unbemerkt verstreicht das 200. Jubiläumsjahr einer revolutionären Neuerung, die 1804 Nicolas Francois Appert gelang und ursprünglich vor allem maritimen Zwecken diente: Auf Anregung Napoleons erfand der französische Koch die Konserve, dank deren die Ernährung an Bord der Kriegsschiffe ausgewogener, nahrhafter und vielseitiger wurde. Fleisch, durch Sterilisation haltbar gemacht, wurde in Glasgefäßen unter Deck verstaut. Nach wenigen Jahren hatte die britische Marine die Methode adaptiert und schon bald die Verpackung geändert. Das bruchgefährdete Glas wurde durch Eisen- und später durch Zinkgefäße ersetzt - die Konservendose war in der Welt und auf den Weltmeeren, und sie ist seitdem aus den Kombüsen nicht mehr wegzudenken.

Mithin verdankt auch der private Yachtie unserer Tage letztlich dem französischen Kaiser ein gutes Stück Bequemlichkeit an Bord. Ohne Einschränkung bekennt sich Werner Zedler, in Berlin Chefredakteur der Verbraucherzeitschrift "Guter Rat", zum Konservenerbe Napoleons. Der Journalist und Segler lernte den Wert der Dose bei zahlreichen Törns im Mittelmeer, auf der Ostsee und in karibischen Gewässern schätzen: "Trittin hin, Dosenpfand her - ohne Fleisch und Fisch, ohne Brot und Bier aus der Blechkonserve wäre das Leben an Bord karger und unbequemer."

Auf der Segelyacht ist die ideale Lebensmittelverpackung feuchtigkeitsresistent, luftdicht, druckunempfindlich und bruchfest; nicht zu sperrig soll sie sein - und, selbstredend, geschmacksneutral. Da bleiben etwaige ökologische Einwände gegen die Dose eben an Land. Die Blechkonserve erfüllt ihre Zwecke: Um die durchgefrorene Crew rasch mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen, bei Nachttörns oder gar bei starkem Wind, wenn umständliches Hantieren in der Kombüse ein Ding der Unmöglichkeit ist.

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