Nachwachsende Rohstoffe
Chinaschilf als Baustoff bewährt

Ob Dämmmaterial oder Estrich - Baumaterial aus Chinaschilf könnte schon bald den ökologischen Hausbau revolutionieren. Aus der schnell wachsenden Pflanze aus China lassen sich fast sämtliche Bauteile eines Hauses herstellen.

wsa BONN. Das haben Agrarwissenschaftler aus Bonn jetzt festgestellt. Demnach hat Chinaschilf (Miscanthus) hervorragende baustatische, bauphysikalische und bauakustische Eigenschaften. Dies bestätigten zahlreiche Labor- und Praxistests. Einsatzmöglichkeiten bieten sich im Bereich des nachhaltigen und ökologischen Bauens, wie beispielsweise im Fertighaus- und Holzrahmenbau.

"Eine ungemein interessante Pflanze, die überall dort gut wächst, wo man auch Mais anbauen könnte", sagt Ralf Pude vom Institut für Pflanzenbau der Universität Bonn. Zusammen mit seinen Kollegen prüfte der Forscher, welche von 26 Miscanthus-Sorten sich am besten fürs Bauen nutzen lassen. Das Ergebnis: Miscanthus-Fasern eignen sich für die Innen- und Außendämmung im Wand- und Dachbereich sowie zur Trittschalldämmung.

Ob der Schilf gut dämmt, hängt von der Zahl und Größe der Hohlräume in den Stängeln ab, hat Pude herausgefunden. Je mehr Luft in den Pflanzenteilen enthalten ist, desto besser die Dämmwirkung. Aber auch ganze Wände lassen sich mit gehäckseltem Chinaschilf vermischt mit Zement und einem Mineralisator erstellen. "Wir können Miscanthus-Steine und geschosshohe Wandelemente produzieren, die auf Grund des hohen Luftgehalts in den Pflanzenstängeln einen ausgezeichneten Dämmwert besitzen", so Pude.

Erste Produkte aus Miscanthus sind bereits auf dem Markt. Nach Angaben der Universität Bonn will eine deutsche Baufirma künftig pro Jahr 300 Ökohäuser aus dem Material herstellen.

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