Nachwachsende Rohstoffe
Ein Pullover der solare Energie liefert und ein Koffer aus Naturfasern

Forscher der Universität Stuttgart haben einen mit Silizium beschichteten Faden entwickelt, der photovoltaisch Sonnenlicht in Strom umwandelt. Forscher der TU Chemnitz haben gemeinsam mit der Jakob Winter GmbH in Satzung einen Violinenkoffer hergestellt, der aus Naturfasern gefertigt wurde. Der Instrumentenkoffer besteht zu mehr als 50 % aus Flachs und Hanf.

HB HANNOVER/STUTTGART. Mit diesem neuen Werkstoff könnten Handys, Walkmen oder Taschencomputer in Zukunft möglicherweise unabhängig von Batterien und Stromkabeln betrieben werden.

Mit der Strom erzeugenden Faser, die in die Kleidung eingewoben wird, reicht ein Steckkontakt am Pullover aus. "Abhängig von der Dicke der Schichten, könnten wir sogar blau, braun oder grün schimmernde Faser entwickeln", beschreibt Martin Rojahn vom Stuttgarter Forscherteam die Eigenschaften des neuen Stromlieferanten. Zwei leitende Elektroden ermöglichen den Stromfluss und den Anschluss an beliebige tragbare Geräte. Die neue Stromfaser könnte die Entwicklung von intelligenter Kleidung, die Displays, Minicomputer oder Mobilfunkmodule enthält, weiter vorantreiben.

Die Faser hält nach Angaben der Universität Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius stand. Es sei sogar denkbar, sie unempfindlich gegen Nässe zu gestalten, so dass der "Strom-Pullover" auch normal gewaschen werden kann.

Violinenkoffer aus Flachs und Hanf

Gegenüber bisher eingesetzten Materialien wie etwa Holz oder Kunststoff seien die neuen Koffer stabiler, wesentlich leichter und absorbieren besser Stöße, so die Forscher. Außerdem sind die Außenseiten der Kofferschalen wasserundurchlässig und die Innenseiten feuchtigkeitsregulierend.

Die neuen Instrumentenkoffer wurden in der Satzunger Firma in einem Zweistufen-Pressverfahren gefertigt. Als Zwischenprodukte kommen spezielle flachsfaserverstärkte Hybridvliesstoffe zum Einsatz. Gegenwärtig optimieren die Forscher der TU Chemnitz das Verfahren für die Herstellung von Koffern für größere Instrumente wie etwa Cello und Kontrabass.

Außerdem testen die Forscher neue duroplastische Matrixmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen und deren Umformverhalten. Erste Ergebnisse ihrer Arbeit zeigen die Chemnitzer auf der Industriemesse in Hannover in Halle 18 im 1. Obergeschoss, Stand J 10.

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