Nacktes Umsatzwachstum löst keine Euphorie mehr aus
Für Anleger am Neuen Markt zählt nur das Ergebnis

Der Neue Markt ist verhalten in die Woche gestartet. Einzelne, zumeist technische Kurserholungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anleger sich angewöhnt haben, etwas genauer hinzuschauen. Von einer um die Nulllinie pendelnden New Yorker Technologiebörse Nasdaq nicht gerade beflügelt, schloss der Nemax 0,2 % leichter bei 1 167 Punkten.

FRANKFURT/M. Der Nemax 50 ging unverändert mit 1 128 Zählern aus der Sitzung. Im Mittelpunkt des Interesses standen eine Flut von Halbjahreszahlen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten löst nacktes Umsatzwachstum jedoch keine Euphorie mehr aus. Gefragt sind vielmehr vor allem die Unternehmen, deren Geschäft sich nachweisbar auch schon unter dem Strich lohnt.

Kein Wunder also, dass die Unternehmen die Rückkehr der MIS AG in die Gewinnzone mit einem Kursplus von 19 % auf 8,08 Euro feierten. Voraussichtlich kurzlebiger das Plus von 22 % für den Penny Stock Letsbuyit. Die Online Einkaufs-Gemeinschaft verhandelt wohl mit neuen Investoren, die sie aber nicht beim Namen nennt.

Wenig Begeisterung ernteten die Halbjahreszahlen von CE Consumer. Zwar nähren sie die Hoffnung, dass der Chipbrokers die vom nebenberuflich auch als Motivationsguru durch die Landen tingelnden Vorstandschef Erich Lejeune immer wieder beschworene Umsatzmilliarde in diesem Jahr noch erreichen kann. Hätte diese Aussicht den Aktienkurs noch vor wenigen Monaten in astronomische Höhen getragen, ist der Markt heute skeptischer. Zwar übertraf das Unternehmen nach Händlerangaben die Erwartungen des Marktes, doch angesichts einer von 6 % auf unter 2 % geschrumpften Ergebnismarge hielt sich das Kursplus mit 3 % auf 6,32 Euro in Grenzen.

Härter gingen die Anleger mit dem Implantate-Fabrikanten Macropore ins Gericht. Das Unternehmen räumte ein, dass wegen der verspäteten Markteinführung von Produkten die Umsatzprognose von 14,7 Mill. $ für das Gesamtjahr nicht haltbar ist. Zusammen mit der Ankündigung eines Nettoverlusts von bis zu 11,7 Mill. $ sorgte diese Einschätzung für einem Ausverkauf bei der Aktie. Private und institutionelle Anleger trennten sich gleichermaßen von den Papieren und ließen den Aktienkurs auf ein neues Jahrestief bei 3,98 Euro plumpsen. Aus dem Handel gingen die Macropore-Papiere zu 4 Euro. Damit haben sie fast ein Drittel ihres Vortageswertes verloren.

Auf ihrer Suche nach Ergebniswachstum wurden die Anleger auch vom Softwareberatungshaus Norcom Technology enttäuscht. Das Münchener Unternehmen reduzierte nicht nur die Umsatzprognose für das laufende Jahr um gut ein Drittel auf 37 Mill. Euro, sondern machte auch die Aussicht auf einen Gewinn von 4 bis 6 Mill. Euro zunichte. Der Aktienkurs rutschte auf ein neues Jahrestief von 2,70 Euro und notierte am Ende mit 2,95 noch fast 17 % im Minus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%