Nächste Entscheidung am 6. März
Aussicht auf Zinssenkung treibt Renten auf neue Hochs

Die europäischen Festverzinslichen sind heute wegen der am Wochenende genährten Erwartungen einer baldigen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf neue Höchststände geklettert.

Reuters FRANKFURT. "Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung hat am Wochenende definitiv zugenommen", begründete ein Rentenhändler in Helsinki die Kursgewinne. Er nahm dabei Bezug auf Äußerungen von EZB-Chef Wim Duisenberg beim Gipfeltreffen der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) in Paris. Duisenberg gab den Finanzmärkten ein klares Signal für eine baldige Leitzinssenkung. Die nächste Entscheidung steht am 6. März an. Einen Antrieb für den Rentenmarkt lieferten am Montag wie schon in den vergangenen Monaten außerdem die Ängste vor einem Irak-Krieg.

Gegen 13.45 Uhr notierte der März-Bund-Future 39 Ticks fester bei 116,55 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf ein neues Kontrakthoch von 116,71 erreicht hatte. Die dem Kontrakt zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe lag 39 Ticks im Plus bei 104,92 Prozent und rentierte mit 3,888 Prozent. Der Bobl-Future stieg um 32 Ticks auf 113,31 Stellen, nachdem er zuvor auf ein Kontrakthoch von 113,42 geklettert war. Der Schatz-Future stieg um 15 Basispunkte auf 106,33 Zähler. Zuvor hatte auch der Future auf die Bundesanleihe mit kurzer Laufzeit mit 106,37 Punkten ein neues Kontrakthoch erzielt.

In Paris machte EZB-Präsident Duisenberg deutlich, dass die Notenbank auch bei einem Irak-Krieg zu einem Zinsschritt bereit ist. "Was auch immer passieren sollte in dieser Welt der Unsicherheit: Wenn wir neue Informationen erhalten oder neue Feststellungen über die mittelfristigen Aussichten für die Preisstabilität oder die Wirtschaft treffen, werden wir nicht zögern zu handeln", hatte Duisenberg am Wochenende deutlich gemacht. Zuletzt hatte Duisenberg immer wieder die grundsätzliche Bereitschaft der EZB zu einer Zinssenkung signalisiert, sollte es zu einem erneuten Konjunktureinbruch in der Euro-Zone kommen.

Die Angst vor einem baldigen Krieg in Irak bildete Händlern zufolge auch am Montag den Hintergrund für Kursanstiege an den Rentenmärkten. Die USA und Großbritannien wollen den Vereinten Nationen (Uno) noch zwei Wochen Zeit geben für eine Entscheidung über eine weitere Irak-Resolution, von der sich die beiden Staaten Unterstützung für einen Militärschlag gegen das arabische Land erhoffen."Weil wir eine internationale Einigung wollen, werden wir eine gewisse Zeit von bis zu zwei Wochen zulassen, vielleicht sogar ein wenig mehr, bevor wir um eine Entscheidung bitten", sagte der britische Außenminister Jack Straw am Montag in Brüssel. Die neue Resolution werde noch am Anfang dieser Woche vorgelegt. Die beiden Staaten haben Irak mit einem militärischen Alleingang gedroht, sollte das Land die Abrüstungsauflagen der Uno nicht erfüllen.

Die börsennotierten öffentlichen Anleihen präsentierten sich am Kassamarkt mehrheitlich fester. Während 60 Papiere bis zu 0,18 Prozentpunkte gewannen, verloren acht Papiere bis zu 0,17 Prozentpunkte. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen sank auf 3,61 (3,62) Prozent. Die Bundesbank verkaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 87,4 Millionen Euro. Der Rex-Rentenindex lag 0,09 Prozent im Plus bei 119,6293 Stellen.

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