Nächste Rennen frühestens Donnerstag: „Alinghi"-Crew sauer auf Rennleitung

Nächste Rennen frühestens Donnerstag
„Alinghi"-Crew sauer auf Rennleitung

Erst Flaute, nun Sturm. Das vierte Rennen beim Segel-Klassiker America's Cup vor Auckland zwischen Titelverteidiger "New Zealand" und Herausforderer "Alinghi" ist am Dienstag bereits zum fünften Mal verschoben worden und bringt den Zeitplan völlig durcheinander.

HB/dpa AUCKLAND. Zwar hatten auch die Wetter-Teams beider Mannschaften starke Winde prognostiziert, "doch das war kein Freibrief für eine frühe Absage", meinte "Alinghi"-Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) und übte damit Kritik an der Wettfahrtleitung um Harold Bennett (Neuseeland): "Man hätte auch bis mittags warten können." Abgesagt wurde das Rennen aber schon um 8.30 Uhr: "Es war ein verlorener Tag", meinte der gebürtige Berliner verärgert.

Beim Training im Hauraki Golf konnten die Crew tatsächlich nicht mehr als Winde zwischen 15 und 22 Knoten (vier bis fünf Beaufort) messen. Das sind optimale Bedingungen für ein Rennen. "Unsere Jungs waren draußen und haben prima trainiert", berichtete "Alinghi"- Chefdesigner Rolf Vrolijk. Der 55-jährige Hamburger fügte grinsend hinzu: "Der aktuelle Lieblingswitz hier in Auckland ist die Behauptung, die Kiwis würden sich schnell eine neue Yacht bauen und brauchten dafür ein paar Tage Zeit."

Die kritisierte neuseeländische Wettfahrtleitung verwies auf den offiziellen Wetterdienst. Im Falle eines Unfalls wäre angesichts der amtlichen Sturmwarnung der Veranstalter für mögliche Schäden haftbar gemacht worden, lautete das Argument von Chef Bennett. "Die Boote könnten bei solchen Windverhältnissen in zwei Teile brechen", meinte der Neuseeländer. Ein Szenario, dem man mit der Absage aus dem Weg gehen wollte. Schümann hatte sogar Mitleid mit dem Renndirektor. "Der wird doch von den eigenen Leuten im Stich gelassen", meinte der dreifache deutsche Olympiasieger.

Um eventuell am Mittwoch, dem offiziell vorgesehenen Ruhetag, zu segeln, musste die Wettfahrtleitung das Einverständnis beider Teams einholen. Alinghi Challenge willigte sofort ein, Team New Zealand lehnte ab. Angesichts der schlechten Wetterprognosen musste die Wettfahrtleitung aber ohnehin den Mittwoch als Renntag streichen.

Das vierte Rennen kann nun frühestens am Donnerstag ausgetragen werden. Bis dahin steht es zwischen den Schweizern und dem Cup-Verteidiger weiterhin 3:0. "Alinghi" fehlen noch zwei Punkte zum ersten Cup-Triumph eines europäischen Teams in der 152-jährigen Geschichte des America's Cup.

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