Nächste Runde im Eis-Zoff
Friesinger mit gutem Start über 500 m

Anni Friesinger hat mit einem starken 500-m-Rennen einen guten Auftakt bei den Mehrkampf- Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Heerenveen gefeiert.

dpa HEERENVEEN. In 39,45 Sekunden legte die Titelverteidigerin aus Inzell als Dritte 0,57 Sekunden zwischen sich und ihre ärgste Rivalin Claudia Pechstein (Berlin), die in 39,92 Sekunden ihre angestrebte persönliche Bestzeit um 0,04 Sekunden verfehlte und Sechste wurde. Schnellste war zum Auftakt Jennifer Rodriguez (USA) in 38,59 Sekunden vor Cindy Klassen (Kanada) in 39,16.

Überschattet war der Showdown der Saison jedoch vom neuerlichen Zoff der beiden unversöhnlichen deutschen Eis-Grazien: Wenige Stunden vor dem ersten Startschuss eskalierte der vielfach schon als "Zicken-Krieg" apostrophierte Clinch zwischen den beiden deutschen Olympiasiegerinnen. Ohne Begrüßung gingen sich Anni Friesinger und Claudia Pechstein im Mekka des Eisschnelllauf-Sports aus dem Weg. Auslöser der jüngsten Zwistigkeiten, die schon fast die gesamte Saison anhalten, war ein Friesinger-Interview in der Illustrierten "Max", in der die Inzellerin eine dauerhafte Feindschaft zu ihrer Berliner Rivalin bestätigte und unter Hinweis auf die "dünnen Wände" im Olympischen Dorf erklärt hatte: "Frauen setzen Sticheleien und Hiebe gezielter. Gemeiner."

Claudia Pechstein reagierte am Freitag gelassen auf die Angriffe der Titelverteidigerin. "Anni muss Halluzinationen gehabt haben. Ich habe allein im Zimmer gewohnt und doch keine Selbstgespräche geführt. Außerdem war zwischen unseren Zimmern noch ein weiterer Raum." Zuvor hatte Anni Friesinger bestätigt, dass sie ihre Aussagen gegenüber "Max" voller Überzeugung getan habe: "Ich lüge doch nicht. Ich stehe dazu. Bisher habe ich geschwiegen, aber jetzt mit etwas Abstand musste ich mich noch einmal dazu äußern, was bei Olympia vorgefallen ist", sagte die 25-jährige Bayerin in Heerenveen, ohne Details zu nennen. In dem Interview hatte sie zudem bemerkt: "Meine Haut ist in Salt Lake jedenfalls nicht dicker geworden. Das wird mich immer treffen."

Claudia Pechstein, die seit ihren zwei Olympiasiegen in Salt Lake City völlig gelöst wirkt, kann den Anlass für die Äußerungen ihrer Rivalin nicht deuten. "In Inzell ist am vergangenen Wochenende nichts vorgefallen, außer dass ich gewonnen habe", sagte die Berlinerin lächelnd. "Wir haben uns auch nicht die Augen ausgekratzt." In Salt Lake City sei jede ihren Weg gegangen, ohne die andere zu beleidigen oder irgendwie anzugreifen. "Natürlich wird sich mit ihr nicht eine Freundschaft entwickeln. Aber dass sie mich hier in Heerenveen nicht einmal begrüßt hat, ist schon eigenartig. Aber das ist mir Wurst", meinte Claudia Pechstein, die in den neuesten Anwürfen eine Taktik von Anni Friesinger im Kampf um den WM-Titel vermutet: "Aber das ist doch albern, kindisch."

Die 500 m der Herren entschieden am Freitag Petter Andersen (Norwegen) und Dimitri Shepel (Russland) zeitgleich in 36,39 Sekunden für sich. Als Favoriten gelten Doppel-Olympiasieger Jochem Uytdehaage (5./36,59) und der amerikanische 1500-m-Gewinner von Salt Lake, Derek Parra (3./36,47). Jan Friesinger (Inzell) rangiert vorerst auf Platz 15 (37,43).

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