Nächste Saison mehr Radio
Schaltkonferenzen elektrisierten Millionen von Fans

"Tooor in Bielefeld" brüllte Manfred Breuckmann ins Mikrofon. "Tor für Hannover", rief zeitgleich Hansi Küpper. Die Endphase der Fußball-Bundesliga ist der Höhepunkt für die Konferenzschaltungen. Millionen von Fußball-Fans lauschten am Samstag den ARD-Radiosendern oder schauten bei Premiere zu, wie hin- und hergeschaltet wurde. Die erfreuliche Nachricht für Anhänger der traditionsreichen Radio-Schaltung: In der kommenden Saison wird die Konferenzschaltung fast doppelt so lang.

HB/dpa HANNOVER. Mehr als zehn Millionen Menschen, so schätzt die ARD, lauschten den leidenschaftlichen Reportagen von Breuckmann und seinen Hörfunk- Kollegen; tägliche Quoten-Messungen wie beim Fernsehen gibt es beim Radio nicht. Ein letztes Mal mussten sich die ARD-Hörfunk-Anstalten zum Saisonabschluss bescheiden. Lediglich 40 Minuten waren pro Spieltag erlaubt. In der neuen Saison sind es auf Grund eines neuen Vertrages mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) 70 Minuten.

Die kompletten 90 Minuten gab und gibt es bei Premiere. Die - im Vergleich zum Radio - sachlicher gehaltene Konferenz des Pay-TV- Senders ist inzwischen das Premiere-Paradestück. Mehr als 50 % der Abonnenten schauen keines der Livespiele, sondern verfolgen gebannt den fliegenden Wechsel auf dem TV-Schirm mit Kommentaren von ehemaligen Radioreportern wie Küpper, Tom Bayer und Kai Dittmann. "Das ist ein tolles Showprogramm", schwärmt Geschäftsführer Georg Kofler.

Im Vergleich zum Vorjahr hat Premiere die Zahl der Konferenz- Zuschauer auf durchschnittlich eine Million Zuschauer fast verdoppelt. Livespiele können da nicht mithalten. Den Topwert lieferte die Partie Bayern gegen Dortmund mit 747 900 Zuschauern. Den Minusrekord stellten Cottbus und Nürnberg mit 13 600 Zuschauern auf. Trotz solcher Zahlen wird Premiere auch in der kommenden Saison alle Partien zeigen. "Wir wollen das beste Fußball-Fernsehen der Welt sein, da gehört die komplette Bundesliga dazu", sagt Kofler selbstbewusst.

Während Premiere am Samstag auch bei der anschließenden Zusammenfassung aus dem Vollen schöpfen durfte, musste sich die ARD - Sportschau direkt nach Spielschluss mit Stimmungsberichten und Interviews begnügen. Trotzdem schauten 1,64 Mill. Menschen zu. Bilder von den Spielen durfte der öffentlich-rechtliche Sender nicht zeigen. Ob sich das in der nächsten Saison ändert, ist fraglich. Die Gespräche mit Rechteinhaber Infront sind ins Stocken geraten.

Im Rennen um die so genannte Erstverwertung im frei empfangbaren Fernsehen ist weiterhin Sat.1. Womöglich war es am Samstag aber die Abschiedsvorstellung der "ran"-Sendung, die am Samstag mehr als zwei Stunden nach Spielschluss eine "Mini-Konferenz" von den Spielen in Nürnberg und Bielefeld bot und nur eine Quote von 4,19 Mill. erreichte. Die Saison-Durchschnittsquote liegt mit rund 4,60 Mill. auf dem Niveau des Vorjahres.

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