Nächste Starts fraglich - Bruder Michael geschockt
Ralf Schumacher kann sich an nichts erinnern

Die Formel-1-Welt hielt beim gestrigen Großen Preis der USA den Atem an, als Ralf Schumacher in die Boxenmauer raste. Gut 22 Stunden nach seinem schweren Unfall konnte der Bruder des amtierenden Weltmeisters das Krankenhaus aber wieder verlassen. An seinen Crash kann er sich jedoch nicht erinnern.

HB INDIANAPOLIS/STUTTGART. "Ich weiß nicht, wann, wo und wie es passiert ist", sagte der Williams- BMW-Pilot am Montagvormittag (Ortszeit) in Indianapolis. "Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern."

Einen Start beim nächsten Formel-1-Rennen in zwei Wochen in Magny- Cours konnte sich der psychisch sichtlich angeschlagene Rheinländer nicht richtig vorstellen. "Im Moment sicher nicht. Ich muss das auf mich zukommen lassen und nach ein bis zwei Wochen Ruhe schauen, was läuft", erklärte Ralf Schumacher gegenüber dem Fernsehsender RTL unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Methodist Hospital im Stadtzentrum.

Ralf Schumacher hatte bei seinem spektakulären Einschlag mit etwa 330 km/h in die Boxenmauer am Sonntag Glück im Unglück. Dank der stetig verbesserten Sicherheitsbestimmungen in der Formel 1 kam der 28 Jahre alte Wahl-Österreicher mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung, aber ohne Knochenbrüche, Kopf- oder innere Verletzungen davon. "Es geht mir den Umständen entsprechend", sagte das Unfallopfer mit matter Stimme. "Mein Rücken ist blutunterlaufen und ich habe eine sehr, sehr starke Gehirnerschütterung." Dem Rückflug nach Salzburg noch am Montag stand jedoch nichts im Weg.

Michael Schumacher befand sich da schon auf der Heimreise, nachdem er sich im Krankenhaus erleichtert vom stabilen Zustand seines jüngeren Bruders hatte überzeugen können. Der Seriensieger war nach seinem Triumph beim USA-Grand-Prix mit seiner Frau Corinna nach den obligatorischen Pressekonferenzen direkt ans Krankenbett geeilt, um nach Ralf zu sehen. "Ralf geht es recht gut, er wird morgen zwar wahrscheinlich übersät sein mit blauen Flecken, aber er war den Umständen entsprechend sogar ziemlich gut drauf und scherzte viel herum", berichtete der Weltmeister auf seiner Internet-Homepage nach dem einstündigen Besuch. "Corinna und ich waren danach doch sehr beruhigt. Daher sind wir dann auch wie geplant nach Hause geflogen."

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