Nächste Verhandlungen am kommenden Donnerstag
Piloten drohen Deutscher BA mit Warnstreiks

Nach der Deutschen Lufthansa drohen jetzt auch der Fluglinie Deutsche BA Pilotenstreiks. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) teilte am Donnerstag in Frankfurt mit, dass auf Grund des bisherigen Verlaufs der Tarifverhandlungen Arbeitskampfmaßnahmen immer wahrscheinlicher würden.

rtr FRANKFURT. Die Geschäftsleitung der Deutsche BA habe auf die VC-Gehaltsforderungen mit der "Verweigerung eines verhandlungsfähigen Angebots" reagiert, hieß es. Die BA wies dies zurück und verwies zugleich auf die "schwierige finanzielle Situation", in der die Gesellschaft nach wie vor stecke. Die Forderungen der VC könnten von dem Unternehmen nicht erfüllt werden. Der nächste Verhandlungstermin zwischen den Tarifpartnern ist für kommenden Donnerstag angesetzt.

Die Vereinigung Cockpit fordert nach eigenen Angaben für die BA-Flugzeugführer einen nachträglichen Inflationsausgleich für die vergangenen Jahre bis 1992 sowie die Zahlung von Gratifikationen wie Urlaubsgelder oder Jubiläumszuwendungen, was sich insgesamt auf eine Anhebung der Bezüge um rund 22 % addiere. Die Piloten der BA hätten seit fast zehn Jahren Gehaltsanhebungen unterhalb der Inflationsrate hinnehmen müssen, hieß es zur Begründung. Zugleich zweifelte die Gewerkschaft die Ernsthaftigkeit des Verhandlungswillens der Arbeitgeberseite an. Sollten sich die beiden Seiten nicht bald annähern, sehe sich die VC-Tarifkommission gezwungen, ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck zu verleihen, die bereits in der kommenden Woche stattfinden könnten.

"Unternehmen kann kein Geld ausgeben, das es nicht hat"

Die Deutsche BA bietet nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Piloten-Gehälter von 2,5 % ab April 2002 für eine Laufzeit von zwei Jahren. Darüber hinaus sollen die Mehrflugstunden mit zusätzlich zehn Prozent vergütet und zwei weitere Gehaltsstufen für langjährige Mitarbeiter eingeführt werden, was sich insgesamt auf einen Gehaltszuwachs von drei Prozent addiere. In der Vergangenheit hätten die Piloten Gehaltssteigerungen in Form von Sprüngen innerhalb der Gehaltstabelle erhalten, hieß es. Die Gehaltsforderungen der VC könne die Deutsche BA angesichts der finanziellen Situation nicht erfüllen. Die Deutsche BA sei bisher nicht profitabel und erwarte auch für das laufende Geschäftsjahr keinen Gewinn, betonte Geschäftsführer Adrian Hunt. Das Unternehmen könne kein Geld ausgeben, das es nicht habe.

Die Deutsche BA ist eine Tochtergesellschaft der British Airways und sieht sich als zweitgrößte Fluggesellschaft in Deutschland. Das defizitäre Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 205 Piloten. Die Vereinigung Cockpit hatte im Sommer die Deutsche Lufthansa mit mehrfachen Streikmaßnahmen in die Knie gezwungen und zweistellige prozentuale Gehaltsanhebungen für deren Flugzeugführer durchgesetzt. Allein die Arbeitskampfmaßnahmen kosteten die Lufthansa nach eigenen Angaben rund 150 Mill. DM.

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