Nächste Vorwahlen am Dienstag
Knapper Sieg für Obama auf Guam

Mit einem Vorsprung von nur sieben Stimmen hat Barack Obama die Wählerversammlungen der Demokratischen Partei auf der Pazifikinsel Guam gewonnen. Die insgesamt vier Delegiertenstimmen für den Parteitag zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten werden damit gleichmäßig geteilt auf Obama und seine Kontrahentin Hillary Clinton.

HAGATNA. Nach Auszählung aller Stimmen erhielt Obama auf Guam 2264 Stimmen, Clinton kam auf 2 257. Beide Kandidaten kamen nicht persönlich auf die abgelegene Insel, die von den USA als Luftwaffenstützpunkt genutzt wird. Obama sagte nach seinem Abstimmungssieg, er werde sich künftig um die Bedürfnisse der Bevölkerung von Guam kümmern. Die Bewohner der westpazifischen Insel sind bei der Präsidentenwahl am 4. November nicht wahlberechtigt.

Bei den Wählerversammlungen wurden auch der Vorsitzende der Demokratischen Partei auf Guam und sein Stellvertreter gewählt, die als „Superdelegierte“ auf dem Nominierungsparteitag vertreten sind. Hierbei erzielte Obama ein Plus von einer Stimme. Obama führt jetzt einschließlich der bereits festgelegten Superdelegierten mit 1 742 zu 1 607 Stimmen. Für die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten sind Ende August in Denver mindestens 2 025 Stimmen erforderlich. Die nächsten Vorwahlen finden am kommenden Dienstag in North Carolina und Indiana statt.

Clinton gratulierte in einer Erklärung ihrem Konkurrenten zu einem "starken Wahlkampf". Gleichzeitig versicherte sie den Einwohnern der Südsee-Insel, sich weiterhin für deren Interessen stark zu machen. "Nach sieben Jahren Bush-Regierung, brauchen die Guamer jemanden, der sich für sie einsetzt und für sie kämpft."

Die stagnierende US-Wirtschaft und die hohen Gas- und Lebensmittelpreise waren unterdessen die dominierenden Themen im Endspurt um die Stimmen bei den Vorwahlen in Indiana und North Carolina. Die hohen Preise bedrohten nicht nur "unser finanzielles Wohlergehen", sondern auch den "amerikanischen Traum", sagte Obama während einer Rede in Indianapolis. Sie verletzten die "grundlegendsten Werte, die dieses Land zu dem machen, was es ist (...) - ein Ort, an dem du es schaffen kannst, wenn du es versuchst." Die von dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain geplante und von Clinton unterstützte vorübergehende Kürzung der Benzinsteuer lehnte er ab. Es gebe nicht einen Experten, der glaube, dass sich das Problem so lösen lasse.

Clinton verteidigte die Steuerkürzung hingegen. Sie sehe "keinen Widerspruch" darin, das Problem mit einer kurzzeitigen Entlastung und einem langfristig angelegten Plan anzugehen. "Es gibt nicht ein einziges Problem, das wir in Amerika nicht lösen können", sagte die New Yorker Senatorin in Wake Forest in North Carolina. Sie kenne den "Unterschied zwischen 'Reden-halten' und der Umsetzung von Lösungen".

Für den weiteren Verlauf des Nominierungsprozesses dürfte vor allem das Ergebnis in Indiana wichtig werden, wo sich Clinton und Obama laut Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Dort will Obama nach einer Serie von Niederlagen gegen Clinton den Nachweis erbringen, dass er auch bei Arbeitern und Geringverdienern, einer Kernklientel der Demokraten, punkten kann. In North Carolina gilt sein Sieg als wahrscheinlich. In der Zogby-Umfrage vom Freitag lag er 16 Prozentpunkte vor Clinton. In dem Süd-Staat leben viele Afroamerikaner, die in der Regel mehrheitlich für Obama stimmen.

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