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Nagelbombenattentat: 23-Jähriger freigelassen - keine heiße SpurDPA-Datum: 2004-07-10 19:29:09

Köln (dpa) - Einen Monat nach dem Nagelbombenattentat in Köln mit 22 Verletzten hat sich die erste heiße Spur der Ermittler zerschlagen. Ein im Zusammenhang mit der blutigen Tat festgenommener 23-jähriger Mann wurde am Samstagnachmittag nach zweitägigen Verhören auf freien Fuß gesetzt. «Der dringende Tatverdacht gegen ihn konnte nicht erhärtet werden», sagte Polizeisprecher Wolfgang Beus. Der Mann war am Freitagmorgen in Nordhessen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung festgenommen worden. Der 23-Jährige bestritt in dem Verhör laut Polizei jede Beteiligung an dem Anschlag.

Köln (dpa) - Einen Monat nach dem Nagelbombenattentat in Köln mit 22 Verletzten hat sich die erste heiße Spur der Ermittler zerschlagen. Ein im Zusammenhang mit der blutigen Tat festgenommener 23-jähriger Mann wurde am Samstagnachmittag nach zweitägigen Verhören auf freien Fuß gesetzt. «Der dringende Tatverdacht gegen ihn konnte nicht erhärtet werden», sagte Polizeisprecher Wolfgang Beus. Der Mann war am Freitagmorgen in Nordhessen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung festgenommen worden. Der 23-Jährige bestritt in dem Verhör laut Polizei jede Beteiligung an dem Anschlag.

Das Motiv der Tat ist bislang völlig unklar. Mit der jüngsten Entwicklung tappt die Polizei erneut im Dunkeln. Der Mann aus Hessen wurde noch am Abend entlassen. «Bei den umfangreichen Überprüfungen seiner Angaben konnte nicht nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit am Tatort aufgehalten hatte», sagte Beus. Dennoch habe der 23-Jährige «widersprüchliche Angaben bezüglich seines Alibis» gemacht. Der Mann, der jetzt in Nordhessen wohnt, hat den Angaben zufolge zuvor in Köln gelebt.

Der Verdächtige war der Polizei bislang durch Kleinkriminalität wie Einbrüche und Diebstähle aufgefallen. Der 23 Jahre alte Mann deutscher Staatsangehörigkeit wurde verdächtigt, an dem Anschlag am 9. Juni in der Keupstraße im Kölner Stadtteil Mülheim beteiligt gewesen zu sein. Dabei war eine Nagelbombe auf einem Fahrrad deponiert und ferngezündet worden.

Am Freitag wie auch am Samstag war lange Zeit nicht klar, ob der 23-Jährige dem Haftrichter vorgeführt wird, oder nicht. «Ob der Mann nochmals vorgeladen wird, ist völlig offen», sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen der Polizei laufen nach Angaben von Beus in alle Richtungen. Bislang gebe es rund 170 Spuren, denen die Ermittler nachgehen.

Nach der Tat in der türkisch geprägten Straße war zunächst auch über einen fremdenfeindlichen Hintergrund oder einen Bandenkrieg spekuliert worden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen mehrfachen Mordversuchs gegen unbekannt.

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