Nahe der Marke von 3000 Punkten
Dax fährt ungebremst zu Tal

An den Börsen herrscht miese Stimmung: Der Bärenmarkt sei nur noch "mit den 30er Jahren vergleichbar", meint ein Händler.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Talfahrt an den Börsen dauert ungebremst an. Der DAX glitt am Donnerstag weiter auf die Marke von 3000 Punkten zu. Am frühen Abend wurde deutsche Leitindex nach einem Verlust von 2,75 % bei 3039 Zählern notiert. Im Vergleich der wichtigsten Börsen in Europa war der deutsche Markt erneut der schwächste. Schlechte Vorgaben der US-Börsen beschleunigten die Abwärtsbewegung.

Am Neuen Markt fiel der NEMAX 50 um 1,18 % auf 401 Punkte. Hier war erneut die MobilCom-Aktie mit Verlusten von 15,09 % auf 2,25 ? der schwächste Wert. Das Papier ist aber immer noch etwa doppelt so teuer wie vor der Zusage der Millionen-Finanzspritze am Wochenende. Der MDAX der 70 mittleren Werte verlor 0,6 % auf 2974 Zähler.

"Wir haben hier einen Bärenmarkt, wie er schlechter nicht sein kann. Das ist nur noch mit den 30er Jahren vergleichbar", sagte Aktienhändler Giuseppe Amato von Lang und Schwarz. "Und es wird noch viele Monate dauern, bis sich ein stabiler Aufwärtstrend etablieren wird." Ein anderer Händler verwies auf trübe Konjunkturaussichten und weitere negative Unternehmensmeldungen. Zudem laste die Irak-Krise auf der ohnehin schlechten Börsenstimmung.

Am Freitag laufen im Mittagshandel Futures, Optionen und Terminkontrakte auf Aktien am so genannten "dreifachen Hexensabbat" aus, was erfahrungsgemäß die Schwankungen an der Börse verstärkt. "Aber ich habe selten eine so große Panik und Konfusion am Vortag eines Verfalltermins erlebt", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba in Frankfurt.

Mit Abstand schwächster DAX-Wert-war die Aktie des Finanzdienstleisters MLP. Der Titel verlor 12,01 % auf 9,60 ?, nachdem Ermittlungen der Mannheimer Staatsanwaltschaft unter dem Verdacht des Insiderhandels gegen MLP-Mitarbeiter bekannt geworden waren.

Die Aktie des Versorgers E.ON schlug sich nach der Erneuerung der Ministererlaubnis für die Ruhrgas-Übernahme besser als der DAX und verlor lediglich 0,61 % auf 47,46 ?. An einem guten Tag würde eine solche Nachricht stärker wirken, sagte Schmidt von der Helaba. Im Plus hielt sich im DAX dagegen die zuletzt arg gebeutelte Allianz-Aktie, die um 1,11 % auf 90,90 ? zulegte. Der Versicherer hatte Spekulationen über eine Kapitalerhöhung zurückgewiesen.

Die Technologiebranche geriet Händlern zufolge durch die revidierte Gewinnprognose des US Electronic Data Systems-Computerdienstleisters (EDS) weiter unter Druck. Aktien des Software-Konzerns SAP verloren 5,58 % auf 53,62 ?. Das Papier des Bauelementeherstellers EPCOS büßte 5,24 % auf 9,40 ?. Siemens gaben 2,78 % auf 37,40 ? nach. Der Anteilsschein des Chipherstellers Infineon lag 3,29 % tiefer bei 7,64 ?. Bereits am Mittwoch hatte der zurückhaltenden Ausblick des US- Software-Konzerns Oracle die Aktien belastet.

An den US-Börsen ging es ebenfalls weiter bergab: Der Dow Jones Index fiel um 1,56 % auf 8045 Punkte. Der Sammelindex der Technologiebörse NASDAQ verlor 1,23 % auf 1237 Zähler. Der europäische Index EuroStoxx50 sank um 2,10 % auf 2333 Punkte.

Der Rentenmarkt wurde von den sehr schwachen Börsen angetrieben. Der REX gewann 0,02 % auf 116,36 Punkte hinzu. Der Bund-Future stieg um 0,3 % auf 112,44 Punkte. Die Umlaufrendite wurde bei 4,13 (Mittwoch: 4,12) Prozent festgestellt. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9814 (Mittwoch: 0,9725) Dollar fest. Der Dollar war damit 1,0283 (1,0366) Euro wert.

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