Nahe Zwei-Jahres-Hoch
US-Heizölnachfrage und Irak-Krise treiben Ölpreise

Für ein Barrel der Sorte Brent müssen jetzt fast 33 Dollar gezahlt werden.

rtr LONDON. Die hohe Heizöl-Nachfrage im Nordosten der USA und die an den Uno-Sicherheitsrat gerichtete Forderung der USA nach einer Entscheidung über eine Resolution, die einen Krieg gegen Irak legitimieren würde, haben die Ölpreise am Montag in die Höhe getrieben.

Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im April wurden gegen Abend 32,90 Dollar und damit 63 US-Cent mehr als am Freitag bezahlt. Leichtes US-Öl verteuerte sich um 65 Cent auf 36,23 Dollar.

Händlern zufolge trieben vor allem die Terminnotierungen für US-Heizöl die Ölpreise auf ein Niveau nahe ihrer Zwei-Jahres-Hochs. Wegen der knappen US-Vorräte und einer anhaltenden Kältewelle im Nordosten der USA kostet Heizöl dort mittlerweile so viel wie seit 1979 nicht mehr. Importiertes Heizöl werde für die Versorgung zunehmend wichtiger, hieß es. "Wir sitzen bald auf dem Trockenen", sagte Gary Ross vom Consultinghaus Pira Energy in New York. Mittlerweile stauten sich die Tanker vor den baltischen Häfen, um dort Öl vom weltweit zweitgrößten Ölexporteur Russland für die USA zu laden. Russland werde als Öllieferant für die USA immer wichtiger. "Die Russen kommen, aber sie werden nicht vor Ende März hier sein", sagte Ross.

Darüber hinaus bleibe die Situation um Irak im Blickfeld des Marktes, hieß es im Handel. Am Markt wird befürchtet, dass im Falle eines von den USA angeführten Krieges die Ölexporte aus der Golf-Region unterbrochen werden und damit die Preise deutliche in die Höhe schnellen könnten.

Mit Spannung sehe man dem 1. März entgegen, sagten Händler. Uno-Waffeninspekteur Hans Blixhatte die irakische Regierung in einem Brief ultimativ aufgefordert, bis zum 1. März mit der Zerstörung der Raketen und zugehöriger Bauteile zu beginnen. Nach Uno-Angaben überschreiten die Raketen die nach Uno-Auflagen von 1991 zugelassene Reichweite von 150 Kilometern.

Darüber hinaus warteten die Marktteilnehmer auf den nächsten Bericht, den Blix der Uno am 7. März vorlegen soll. Die USA und Großbritannien drohen Irak mit einem Krieg, sollte es die Uno-Auflagen zur Abrüstung nicht erfüllen. Mit der Zerstörung der Raketen würde Irak eine wichtige Waffe für einen Krieg verlieren.

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