Naher Osten
Kein Ende der Gewalt im Nahen Osten in Sicht

In Hebron im Westjordanland ist es am späten Donnerstagabend zu einem heftigen Gefecht zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen.

dpa JERUSALEM. Im Nahen Osten zeichnet sich vier Wochen nach der Gewalt kein Ende der Zusammenstöße zwischen Palästinensern und Israelis ab. In Hebron im Westjordanland ist es am späten Donnerstagabend zu einem heftigen Gefecht zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Wie der israelische Rundfunk weiter berichtete, wurde niemand verletzt. Palästinenser hätten das Feuer von ihrem Gebiet aus auf von Israelis bewohnte Häuser eröffnet. Die Armee habe zurückgeschossen.

Auch in Jericho und Tul-Karem im Westjordanland sei es zu Schießereien gekommen, bei denen niemand verletzt wurde, berichtete das Radio weiter.

An der Grenze zwischen Israel und Libanon kam es an Donnerstag zu einem Schusswechsel. Nach israelischen Medienberichten eröffnete ein Zivilist das Feuer über den Grenzzaun hinweg auf eine israelische Militärpatrouille. Das Feuer sei erwidert worden. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Der erste Selbstmordanschlag eines militanten Palästinensers seit Beginn der blutigen Unruhen verstärkte am Donnerstag in Israel die Furcht vor neuen Terroranschlägen. Bei dem fehlgeschlagenen Anschlag auf einen israelischen Militärposten im Gaza-Streifen kam der 23- jährige palästinensische Attentäter ums Leben.

Das erste Treffen israelischer und palästinensischer Offiziere seit mehr als einer Woche ging am Donnerstagmorgen ohne greifbare Ergebnisse zu Ende. Bei dem Gespräch unter Leitung von Mitarbeitern des US-Geheimdienstes CIA hätten sich die Offiziere nicht darauf einigen können, von welcher Seite der erste Schritt für ein Ende der Gewalt ausgehen müsse, hieß es in palästinensischen Kreisen.

Der für den Südabschnitt Israels zuständige General Jomtov Samia äußerte sich nach dem Treffen am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen jedoch zuversichtlich: "Es herrschte ein optimistischer Ton, ganz anders als in den vergangenen vier Wochen."

Die Polizei in Jerusalem hat unterdessen das Alter für moslemische Gläubige, die am Freitagsgebet auf dem Tempelberg teilnehmen möchten, von 40 auf 35 Jahre herab gesetzt. Sollte es nach diesem Freitagsgebet zu keinen Ausschreitungen kommen, werde das Alter in der kommenden Woche weiter gesenkt, sagte ein Sprecher der Jerusalemer Polizei im israelischen Rundfunk. Eine Altersbeschränkung war erlassen worden, um weitere blutige Zusammenstöße nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg zu verhindern.

Die Anregung von US-Präsident Bill Clinton, der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und Arafat sollten in Kürze zu getrennten Gesprächen nach Washington kommen, stieß auf ein unterschiedliches Echo. Während Ararat nach palästinensischen Angaben dem Vorschlag grundsätzlich zustimmte, lehnte Barak eine Reise nach Washington zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab. Zuvor müsse die Gewalt in den Palästinensergebieten beendet werden.

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