Nahezu die Hälfte der Anteile verkauft
Hutchison steigt aus der T-Aktie aus

Um seinen eigenen Aktienkurs zu stabilisieren, hat Hutchison Whampoa Ltd. (HWL) in den vergangenen Monaten fast die Hälfte seiner Anteile an der Deutschen Telekom abgestoßen.

HB HONGKONG. In einem Interview nach Vorlage der Jahreszahlen beteuerten Spitzenmanager des Hongkonger Mischkonzerns, sie unterlägen nun keinem Verkaufsdruck mehr.

Hutchison - nach Marktkapitalisierung Asiens fünftgrößtes Unternehmen außerhalb Japans - hatte im vergangenen August mit einem Blockverkauf von 35 Millionen Aktien den Kurs der Telekom einbrechen lassen. Insgesamt hat der Konzern im vergangenen Halbjahr mit Hilfe von Terminkontrakten 89 Millionen T-Aktien abgestoßen zu einem durchschnittlichen Kurs von 21,26 Euro. Am Donnerstag notierte die Aktie bei 16,65 Euro.

Von den 206 Mill. T-Aktien, die den Hongkongern im Vorjahr der Verkauf ihrer Anteile an Voicestream eingetragen hat, hält Hutchison noch 118 Millionen. Zusätzlich hat der Konzern rund ein Drittel seiner Aktien an Vodafone abgestoßen. Die Deals trugen HWL 564 Mrd. $ ein und ließen das Jahresergebnis mit 1,55 Mrd. $ viel höher ausfallen als von Analysten erwartet. Allerdings lag der Reingewinn immer noch 65 % unter dem Vorjahr.

"Wir haben bewiesen, dass Verkäufe der T-Aktie möglich sind, ohne dem Kurs zu schaden," erklärte Managing Director Canning Fok. Die Verkäufe seien in enger Absprache mit dem Telekom-Management getätigt worden. Fok begründete die Verkäufe mit der hohen Volatilität, der die Hutchison-Aktie durch den Wertverlust seiner Beteiligungen ausgesetzt war. "Nun können uns Anleger wieder auf Grund unserer eigenen Stärken bewerten," sagt der Manager.

Zusammen mit Finanzchef Frank Sixt bemühte er sich, Sorgen vor weiteren Verkäufen den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Angesichts von 2 % Nettoverschuldung brauchen wir kein Geld," erklärte Sixt, "jetzt, da die Beteiligungen unseren Aktienkurs nicht länger merklich beeinflussen, haben wir den Luxus von viel Zeit." HWLs restliche Aktienpakete an Telekom und Vodafone waren am Donnerstag 4,5 Mrd. $ wert. Allerdings ließ Sixt keinen Zweifel daran, dass sich der Konzern davon irgendwann ganz trennen wird.

Mit seiner grundsoliden Bilanz gilt Hutchison in der tief verschuldeten globalen Telekom-Branche als potenzieller Übernehmer angeschlagener Firmen. Gerade hat der Konzern zusammen mit Singapore Technologies 750 Mill. $ für den insolventen Telekom-Konzern Global Crossing geboten. Es gäbe aber keine Pläne, bei deutschen Unternehmen zuzuschlagen, erklärt Fok, bevor er sybillinisch hinzufügt: "Wenn ich etwas anderes sage, werde ich gefeuert, das treibt sofort die Preise." Von Deutschland schrecken ihn zwei Dinge ab: Ein mörderischer Wettbewerb und die hohen Kosten für etwaige Beteiligungen. Ein weiterer Markt, wo HWL Ambitionen unterstellt werden, ist Frankreich. "Dort finden wir keinen Partner, mit dem wir uns wohlfühlen," beklagt Fok.

Zusammen mit Partnern baut Hutchison derzeit in Großbritannien, Italien, Schweden, Dänemark und Österreich UMTS-Netze auf. Dafür will der Konzern dieses Jahr Fok zufolge 3,2 Mrd. $ investieren. Anfang des vierten Quartals sollen die Dienste in Italien und England starten, im Juli soll eine einheitliche Markenstrategie für Europa vorgestellt werden. Ende nächsten Jahres hofft Fok auf je eine Million Kunden in Italien und Großbritannien. Von 2005 an soll das UMTS-Geschäft Gewinn abwerfen.

Quelle: Handelsblatt
Oliver Müller
Handelsblatt / Korrespondent
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