Nahost-Konflikt
Angehörige militanter Palästinenser festgenommen

Die israelische Armee hat am Freitag Angehörige militanter Palästinenser im Westjordanland festgenommen, um sie möglicherweise in den Gaza-Streifen abzuschieben. Israel folgt damit offenbar einer neuen Taktik im Kampf gegen Selbstmordanschläge.

Reuters JERUSALEM. Die Armee teilte mit, Soldaten hätten in der Nähe von Nablus im Westjordanland die Häuser zweier gesuchter militanter Palästinenser zerstört und Angehörige der beiden festgenommen. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, die festgenommenen Väter und Brüder der Männer sollten in den Gaza-Streifen gebracht werden. Der israelische Hörfunk berichtete, insgesamt seien 22 Menschen in Gewahrsam genommen worden.

Der gesuchte Nasser a Din Assidi soll Sicherheitskreisen zufolge der radikal-islamischen Hamas angehören und hinter dem Anschlag auf einen Bus bei einer jüdischen Siedlung im Westjordanland stecken, bei dem am Dienstag acht Menschen starben. Der andere Palästinenser, Ali Ahmad el Adschuri, sei Mitglied der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und für den Selbstmordanschlag am Mittwoch in Tel Aviv verantwortlich. Dort hatten sich zwei Palästinenser in die Luft gesprengt und dabei drei Menschen getötet.

Der israelische Außenminister Schimon Peres sagte Israel Radio auf die Frage, ob er es unterstütze, dass Familienangehörige militanter Palästinenser ins Exil geschickt würden: "So weit ich weiß, ist es juristisch überprüft worden, und wenn es gesetzlich möglich ist, ja." Es war zunächst nicht klar, ob die Festgenommenen dagegen klagen könne, wenn sie aus ihren Wohnorten verwiesen werden.

"Die Zerstörung ihrer Wohnungen soll den Terroristen klar machen, dass sie für ihr Handeln einen Preis zu zahlen haben", hieß es in den israelischen Sicherheitskreisen. Außerdem sollten so weitere Anschläge verhindert werden. Mit den jüngsten Anschlägen endete ein Monat relativer Ruhe nach der Besetzung von sieben der acht palästinensischen Städte im Westjordanland durch die israelische Armee. Die Soldaten hatten die Orte nach einer Reihe palästinensischer Anschläge auf israelische Ziele im Juni besetzt.

Mehr als 2000 Menschen wurden in dem seit September 2000 anhaltenden palästinensischen Aufstand gegen die israelische Besatzung getötet.

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