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Nahost-Konflikt belastet Wall Street

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten zieht die US- Märkte in die Verlustzone. Israelische Kampfflugzeuge haben Ramallah unter Beschuss genommen, nachdem Palästinenser zwei israelische Soldaten gelyncht hatten. Ein Kriegsschiff der US-Marine wurde vor dem Hafen von Aden angegriffen. Vier US-Soldaten wurden getötet. Vor dem Hintergrund der Eskalation steigt die antiamerikanische Stimmung im Nahen Osten. Denn in der arabischen Welt gelten die USA als Israels Verbündete.

Die Angst wächst, dass durch die ernstzunehmende Entwicklung in der Region die weltweite Ölversorgung gefährdet werden könnte. Rund ein Drittel der weltweit gewonnenen Ölmenge wird von den Staaten im Mittleren Osten und am Persischen Golf fördert. Bereits 1973 verhängten die arabischen Staaten ein Embargo auf Ölexporte in die USA. Anlass war damals der Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten Ägypten und Syrien, der Ölknappheit und steigende Preise verursachte.



Der Ölpreis stieg am Morgen um bis zu elf Prozent auf 37 Dollar. Dabei handelt es sich um den größten Tagesanstieg seit zwei Jahren. Allein in dieser Woche verteuerte sich das Barrel Öl um 20 Prozent. Die Wall Street befürchtet nun, weiter steigende Rohölpreise könnten die Einnahmen der Unternehmen noch mehr belasten. Einzig Ölkonzerne profitieren von dieser negativen Entwicklung.



Den Aktienmarkt belastete die Entwicklung stark. Den Dow Jones Index riss es zeitweilig über 330 Punkte oder drei Prozent in die Tiefe. Der Nasdaq Index verliert trotz anfänglich positiver Impulse 1,6 Prozent an Wert.



Die Kursverluste des Einzelhandelssektors schaden dem Dow Jones Index zusätzlich. Home Depot und Wal-Mart stehen oben auf der Verliererliste.



Denn ganz ohne die tägliche Gewinnwarnung scheinen New Yorks Aktienmärkte nicht auszukommen. Home Depot warnte, dass der Gewinn für das dritte Quartal die Erwartungen von 31 Cents pro Aktie nicht erfüllen werde. Wegen der lahmenden Umsatzentwicklung erwartet die Baumarktkette nun einen Gewinn von 28 Cents je Aktie. Wal-Mart zieht die schlechte Nachricht ins negative Terrain.



Unerfreuliche Quartalszahlen belasten General Motors. Der Gewinn pro Aktie übertraf zwar die Erwartungen der Analysten. Der Konzern musste jedoch im Jahresvergleich im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen.



Auch Finanztitel geraten unter Druck. J. P. Morgan steht ganz oben auf der Verliererliste der 30 Standardwerte. Citigroup verliert ebenfalls an Wert. Die gefährdete Ölversorgung, die Angst vor damit steigenden Ölpreisen und eine sich damit erhöhende Inflationsgefahr belasten den Sektor. Einzig American Express kann dank positiver Kommentare an Wert zulegen. Die Analysten von Goldman Sachs hatten das Finanzpapier am Morgen auf die Empfehlungsliste" hochgestuft.



Auch Advanced Micro Devices und Applied Micro Circuits, die Gewinner des frühen Handels, drehten in die Verlustzone. Hier hatten überraschend gute Ergebnisse am Morgen noch zu Käufen geführt.

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