Nahost-Konflikt
Nahost-Konflikt: Friedensgespräche in Ägypten aufgenommen

Der israelische Ministerpräsident Barak verweigert die Teilnahme an den Verhandlungen. In Paris wurde eine Einigung "zur Beendigung der Gewalt" erreicht.

afp JERUSALEM. In Erwartung eines palästinensischen "Tags des Zorns" sind am Donnerstag die Bemühungen um ein Ende des Blutvergießens im Nahen Osten im ägyptischen Scharm el Scheich weitergegangen. Palästinenserpräsident Jassir Arafat und US-Außenministerin Madeleine Albright begannen ihre Gespräche mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Israels Ministerpräsident Ehud Barak verweigerte aber seine Teilnahme. Zuvor einigten sich Israel und Palästinenser in Paris auf ein Abkommen "zur Beendigung der Gewalt", wie Unterhändler beider Seiten bestätigten. Dennoch setzten sich die Gewalttätigkeiten fort. In der jüdischen Siedlung Nezarim im Gaza-Streifen eröffneten israelische Soldaten nach Augenzeugenberichten das Feuer auf Steine werfende Palästinenser. Insgesamt kamen bei den seit einer Woche andauernden Unruhen mindestens 73 Menschen ums Leben, zumeist Palästinenser.

Nach dem Treffen Baraks mit Arafat und Albright am Mittwoch in Paris hatte der israelische Regierungschef seine Teilnahme an dem Gespräch in Scharm el Scheich abgesagt, weil Arafat sich nach israelischen Angaben geweigert hatte, eine Vereinbarung zur Beendigung der Gewalt zu unterzeichnen. Der französische Außenminister Hubert Védrine wertete Baraks Abwesenheit bei dem Treffen in Ägypten jedoch als "keine wirkliche Unterbrechung" der Friedensbemühungen. Sowohl Arafat als auch Barak seien sich "bewusst, dass sie die Dinge nicht schleifen lassen dürfen".

Einigung in Paris, Mubarak verlangt arabischen Gipfel

Die Pariser Vereinbarung zwischen Israel und Palästinensern bestätigten sowohl der israelische Verkehrs- und Tourismusminister Amnon Lipkin-Schahak als auch die palästinensische Unterhändlerin Leila Schahid. Die israelische Armee sagte demnach zu, ihre Soldaten auf Stellungen vor Beginn der Straßenschlachten zurückzuziehen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Palästinenser, Demonstranten an weiteren Angriffen auf Soldaten zu hindern. Wie Armeesprecher Jarden Vatikai jedoch betonte, bleiben die israelischen Soldaten alarmbereit: "Wenn sie ihre Zusagen nicht einhalten, werden wir zurückschlagen", sagte der Sprecher. Zunächst aber zog die Armee zwei Panzer ab, die sie in Ramallah in Stellung gebracht hatte.

Mubarak verlangte nach den ersten Gesprächen einen "dringenden" arabischen Gipfel "noch vor Ende Oktober", wie der ägyptische Informationsminister Safuat el-Scherif mitteilte. Madelene Albright sagte in dem ägyptischen Badeort, Arafat und Barak seien gewillt, "die Ruhe wieder herzustellen". Beide hätten dem entsprechende Anweisungen an die jeweiligen Sicherheitskräfte gegeben. "Jetzt ist es aber wichtig zu sehen, was in den Gebieten konkret geschieht", fügte Albright hinzu.

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