Nahost-Konflikt
Palästinenser werfen Israel Gewalt-Eskalation vor

Die israelische Armee hat am Freitag nach palästinensischen Angaben beim Vorgehen gegen Steinewerfer im Westjordanland einen palästinensischen Polizisten erschossen.

Reuters JERUSALEM. Der Mann sei in dem Dorf Tel getötet worden, als die Armee versucht habe, Steinewerfer auseinander zu treiben, berichteten palästinensische Augenzeugen und Sicherheitskreise. Die Armee wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. In dem Flüchtlingslager Tulkarm, ebenfalls im Westjordanland, war zuvor ein Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, bei der Razzia in dem Flüchtlingslager seien zwei Mitglieder der radikalen Hamas-Organisation festgenommen worden. Die Palästinser haben der israelischen Übergangsregierung unterdessen eine Eskalation der Gewalt vorgeworfen.

"Die israelische Eskalation gegen unser Volk hat nicht aufgehört, sondern ist gesteigert worden, besonders unter der neuen Regierung", sagte Palästinenser-Präsident Jassir Arafat an die Adresse der rechten israelischen Übergangsregierung gerichtet, die Ministerpräsident Ariel Scharon nach dem Austritt der Arbeitspartei aus der Regierungskoalition gebildet hat.

Im partei-internen Machtkampf zwischen Scharon und seinem Konkurrenten Benjamin Netanjahu sieht eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage Scharon vorn. In den Vorwahlen der Likud-Partei wollten 48 Prozent der Wähler für Scharon stimmen und 38 Prozent für Netanjahu, berichtete die Tageszeitung "Maariv". Eine Umfrage für die englischsprachige "Jerusalem Post" prognostizierte indes wie frühere Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Ministerpräsidenten und seinem Außenminister.

Gleichgültig wer den Likud in die für Januar erwarteten Neuwahlen führt - in jüngsten Umfragen wird ein deutlicher Sieg der Konservativen über die Arbeitspartei erwartet. Im Verlauf des palästinensischen Aufstands gegen die isrealische Besatzung haben sich viele Israelis rechten Parteien zugewandt. Mindestens 1650 Palästinenser und 625 Israelis sind seit Beginn des Aufstandes im September 2000 getötet worden.

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