Nahost-Konflikt
UNO-Sicherheitsrat kritisiert Israels Luftangriff

Der UNO Sicherheitsrat - hat Israel am Donnerstag wegen des Luftangriffs auf ein Wohnviertel in Gaza-Stadt scharf kritisiert.

Reuters NEW YORK/ JERUSALEM. Alle Ratsmitglieder bezeichneten den Angriff als inakzeptabel, bei dem am Dienstag neben dem Anführer der radikalen islamischen Hamas-Bewegung, Salah Schehada, 14 weitere Palästinenser getötet wurden. Vertreter der Palästinenser forderten, die Verantwortlichen für den Angriff vor Gericht zu stellen. Israels Vize-Botschafter bei der UNO, Aaron Jacob, sprach sein "tiefes Bedauern" für die Opfer aus, die neben Schehada ums Leben kamen. Er warf zugleich den Palästinenser- Behörden vor, sie seien nicht gegen Schehada vorgegangen. Israels Außenminister Schimon Peres sagte, Israel bemühe sich um eine Beruhigung der Lage.

Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht zum Dienstag eine Bombe auf das Haus abgeworfen. Die Explosion mitten in einem Wohngebiet brachte gleich mehrere Häuser zum Einsturz. Unter den Toten waren neun Kinder. Die UNO, die Europäische Union (EU) und die USA hatten den Angriff kritisiert, der auch in Israel auf Ablehnung stieß.

Israels Vize-Botschafter bei der UNO, Aaron Jacob, sprach im Sicherheitsrat sein "tiefes Bedauern" für die Opfer aus, die neben Schehada ums Leben kamen. Der Angriff sei jedoch dadurch ausgelöst worden, dass die Palästinenser den Hamas-Anführer nicht gestoppt hätten. Schehada sei einer der "furchtbarsten und brutalsten Terroristen" gewesen. Die Hamas lehnt das Existenzrecht Israels ab und hat sich zu zahlreichen Anschlägen in Israel bekannt, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden.

Peres: Angriff wird untersucht

"Wir unternehmen alles, um eine weitere Eskalation (nach dem Angriff) zu verhindern", sagte Peres dem israelischen Militärrundfunk. "Ich weiß, dass dies eine schwere Eskalation ist, und ich habe große Angst, dass Unschuldige auf beiden Seiten einen hohen Preis zahlen werden." Peres kündigte an, dass 43 Millionen Dollar (Euro) an eingefrorenen Geldern der Palästinenser-Regierung freigegeben werden. Die Europäische Union (EU) begrüßte dies als "kleinen, aber sehr willkommenen Schritt zur Verbesserung der Lage in den Palästinenser- Gebieten". Nach Angaben aus EU-Kreisen mache die Summe aber nur acht Prozent des Geldes aus, das den Palästinensern zusteht und das Israel seit dem Beginn ihres Aufstandes vor fast zwei Jahren zurückhält.

Der palästinensische Beobachter im UNO-Sicherheitsrat, Nasser el Kidwa, verwies bei der Sitzung in New York auf den Internationalen Strafgerichtshof. Der Angriff in Gaza-Stadt sei "das erste offensichtliche Kriegsverbrechen" seit der Einrichtung des Gerichts. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und "seine Stellvertreter" hätten Taten begangen, für die das Tribunal zuständig sei. Es soll Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ahnden.

Nahe einer jüdischen Siedlung bei Kalkilja im Westjordanland wurde am Donnerstag ein Rabbi erschossen. Zu der Tat bekannten sich zwei militante Palästinenser-Gruppen. Sie bezeichneten das Attentat als erste Reaktion auf den Luftangriff in Gaza-Stadt.

Militante Palästinenser wurden nach Erkenntnissen der israelischen Polizei auch durch Israelis mit Munition versorgt. Jüdische Siedler, Soldaten und ein Polizist gehörten zu einen Ring von Schmugglern, die rund 60 000 Schuss Munition an Palästinenser verkauft hätten, hieß es. Sie seien festgenommen worden. Die Munition sei aus Armee- und Polizeibeständen gestohlen worden. Einige der festgenommene hätten zudem gegen Geld Lastwagen der Palästinenser durch Kontrollstellen der Armee gefahren, die das Eindringen von Attentätern nach Israel verhindern sollen. Einige der Waffenschmuggler stammten aus der jüdischen Siedlung Adora, in der palästinensische Attentäter im Mai vier Menschen getötet hatten, darunter ein fünfjähriges Mädchen.

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