Nahost-Rede von Bush erwartet
Israelische Panzer nach Ramallah eingerückt

Bei israelischen Militäroperationen im Gazastreifen und dem Westjordanland sind am Montagmorgen mindestens sechs Menschen getötet worden. Wie der israelische Rundfunk berichtete, besetzten israelische Soldaten die Stadt Ramallah im Westjordanland. Der Amtssitz von Palästinenserpräsident Jassir Arafat sei von Panzern umstellt worden.

dpa JERUSALEM. Auch in Hebron rückten in der Nacht israelische Truppen ein. Nach der Festnahme von acht mutmaßlichen Extremisten habe sich die Armee am Morgen aber wieder aus der Stadt zurückgezogen, meldete der Rundfunk. Im Süden des Gazastreifens kamen mindestens sechs Menschen beim Angriff eines Kampfhubschraubers auf ein Auto ums Leben. Die Hintergründe des Angriffs waren zunächst noch unklar.

Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte drangen israelische Truppen mit rund 40 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in Ramallah ein. Auch zwei Flüchtlingslager in der Nähe der Stadt seien durchsucht worden. Zu Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern sei es nicht gekommen.

In Gaza bezogen palästinensische Sicherheitskräfte in der Nacht Posten vor dem Haus des Hamas-Führers Scheich Ahmed Jassin und stellten ihn unter Hausarrest. Jassins Sohn Abdel Hamid sagte dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira, der Arrest gegen seinen Vater sei ohne Vorwarnung verhängt worden. Die Autonomiebehörde bezeichnete die Maßnahme gegen den 66 Jahre alten Hamas-Führer als "Schutz der höchsten nationalen Interessen der Palästinenser".

Trotz der Aufforderung Arafats, alle Selbstmordanschläge sofort einzustellen, hatte Hamas in der vergangenen Woche die Fortsetzung der Anschläge auch gegen israelische Zivilisten angekündigt. Mehrfach hatte die Organisation die Autonomiebehörde vor Aktionen gegen ihre Führer gewarnt.

Israelische Truppen durchsuchten nach Armeeangaben am Montagmorgen in Dschenin eine Werkstatt, in der angeblich Sprengsätze und Raketen gebaut wurden. Die israelische Operation erstreckte sich auch auf die Städte Kalkilja, Tulkarm, Bethlehem und Nablus. Zeitweilig waren bis auf Jericho alle palästinensischen Städte im Westjordanland wieder besetzt.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Freitag nach einer Serie von palästinensischen Selbstmordanschlägen die Ausweitung des Armeeeinsatzes und die Einberufung von Reservisten beschlossen. Wie aus Armeekreisen am Montagmorgen verlautete, sei die am Sonntag einberufene Reserve-Brigade inzwischen vollständig mobilisiert worden. Sie soll die bereits in den Palästinensergebieten operierenden Einheiten unterstützen. Weitere Reservisten seien vorgewarnt worden, dass sie in naher Zukunft mit ihrer Einberufung rechnen müssten, hieß es.

Unterdessen berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz", dass US-Präsident Georg W. Bush seine seit langem erwartete Rede zur neuen Nahostpolitik der USA voraussichtlich am heutigen Montag in Washington halten werde. Ursprünglich wollte Bush die Grundzüge einer neuen Nahost-Politik bereits in der vergangenen Woche vorstellen. Die Rede des US-Präsidenten war jedoch wegen der palästinensischen Anschläge mehrfach verschoben worden.

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