Nahostgipfel
Jerusalem ist offenbar weiter Hauptstreitpunkt in Camp David

Die palästinensische Delegation reagierte zurückhaltend auf ein Kompromissangebot, wonach arabische Teile der Stadt unter palästinensische Verwaltung gestellt werden sollen.

ap Thurmont/Gaza. Der künftige Status von Jerusalem ist offenbar weiterhin das Haupthindernis für eine Einigung bei den Nahost-Gesprächen in Camp David. US-Präsident Bill Clinton reiste am Sonntag unmittelbar nach Ende des G-8-Gipfels aus Japan zurück, um sich wieder in die Verhandlungen einzuschalten. Unterdessen demonstrierten im Westjordanland hunderte palästinensische Flüchtlinge für das Recht auf ihre Rückkehr; 1.500 Demonstranten protestierten in Gaza gegen die Nahost-Gespräche.

Nach Angaben eines israelischen Ministers und diplomatischer Kreisen akzeptierte der israelische Ministerpräsident Ehud Barak einen amerikanischen Kompromissvorschlag, der vorsieht, Teile Jerusalems unter palästinensische Verwaltung zu stellen. Auch die von Palästinensern bewohnten Vororte sollen dem Plan zufolge palästinensisch verwaltet werden. `Diese Dörfer gehören eigentlich nicht uns", erklärte Justizminister Jossi Beilin im israelischen Militärrundfunk. Das Festhalten an einem `einigen Jerusalem" sei zu einer Last geworden, die Israel nicht länger tragen sollte, sagte Beilin.

Der Repräsentant der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Washington, Hassan Abdel Rahman, betonte am Freitag, ohne vollständige palästinensische Souveränität über Ostjerusalem gebe es keine Basis für eine Vereinbarung. Der Ostteil der Stadt war 1967 von Israel erobert und später annektiert worden. Arafat will Ostjerusalem zur Hauptstadt des von ihm angestrebten palästinensischen Staates machen

.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte, trotz schwieriger Gespräche machten beide Parteien ernsthafte Fortschritte. Clinton verzichtete nach dem Ende des Weltwirtschaftsgipfels auf eine Presskonferenz, um möglichst schnell zurückzukehren.

Bei zwei Demonstrationen im Westjordanland forderten etwa 260 palästinensische Flüchtlinge, nach Israel zurückkehren zu dürfen. Sie riefen Arafat auf, in der Flüchtlingsfrage keine Zugeständnisse zu machen. Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948 flohen hunderttausende Palästinenser oder wurden vertrieben. Viele der Flüchtlinge und ihre Nachkommen leben seitdem in Lagern in Jordanien, Syrien und Libanon sowie im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Für die insgesamt mehr als eine Million Betroffenen fordert Arafat ein Rückkehrrecht. Bei einer weiteren Demonstration in Gaza forderten etwa 1.500 Anhänger der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas den Abbruch der Nahost-Gespräche. Hamas-Sprecher Abdel Asis Rantisi kündigte an, die Organisation werde auch bei einer Einigung in Camp David weiter gegen Israel kämpfen.

Jordanien und Ägypten fordern Einhaltung von UN-Resolution

Der jordanische Außenminister Abdul Illah Chatib sagte nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Amr Mussa in Kairo, eine Einigung über Jerusalem müsse auf der type="unknownISIN" value="UN-">UN-Resolution 242 beruhen, nach der sich Israel aus dem besetzten Ostteil zurückziehen soll. Papst Johannes Paul II. schlug dagegen einen international garantierten Sonderstatus für Jerusalem vor. Nur so könne die religiöse Freiheit in der Stadt garantiert werden, erklärte der Pontifex auf seinem Sommersitz Castel Gandolfo bei Rom

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%