Nahrungsmittelkonzerne glänzen mit stabilen Umsätzen und Erträgen
Nestlé und Co. schmecken den Anlegern

Aktien aus der Nahrungsmittelbranche sind in den vergangenen Monaten an den Börsen weniger stark unter die Räder gekommen als der gesamte Markt. Geht es wieder aufwärts an den Börsen, werden zwar andere Titel die Gewinner sein. Trotzdem sind die Aktien von Nestlé, Unilever und Danone einen Blick wert, sagen Analysten.

FRANKFURT/M. Eine Branche konnte dem Abwärtstrend der vergangenen Monaten recht gut trotzen: die Nahrungsmittelindustrie. Kein Wunder, denn gegessen und getrunken wird immer. Eine Frage stellt sich jetzt aber: Ist die Luft raus bei den Nahrungsmittelaktien wie Danone, Nestlé und Unilever oder lohnt sich der Kauf immer noch

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"Zieht die Konjunktur deutlich an, werden Foodaktien ihre Mühe haben. Springt sie nicht so stark an, können diese Titel ihre defensive Qualität ausspielen", sagt Patrick Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sylvain Massot von Morgan Stanley zeigt sich in einer Studie eher zurückhaltend: "Obwohl die Papiere der größeren Konzerne unter unseren Schätzungen für einen fairen Wert liegen, gibt es einige Gründe, die für unsere Vorsicht sprechen."

Zum Beispiel hätten in den vergangenen zwölf Monaten die Food-Aktien den MSCI-Europe-Index bereits um 26 Prozent übertroffen. Zudem haben alle Nahrungsmittelkonzerne in den vergangenen Jahren kräftig Unternehmen eingekauft. "Die Integration der Akquisitionen erreicht jetzt eine delikate Phase", meint Massot. Danone und Nestlé litten im Trinkwassergeschäft außerdem unter einem harten Preiswettbewerb in den USA. Barbara Ambrus hingegen, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), ist nicht ganz so pessimistisch. "Wenn der positive Nachrichtenfluss bei Nahrungsmittelkonzernen wie Danone, Unilever und Nestlé anhält, werden diese Aktien nicht völlig out sein. In schwächeren Phasen werden sie sich immer etwas besser entwickeln", sagt Ambrus. Zudem seien die Papiere derzeit historisch niedrigen bewertet.

Im Vergleich zum Gesamtmarkt sind die Papiere aber immer noch nicht günstig: Nestlé und Unilever sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 17 etwas niedriger bewertet als Danone mit einem KGV von rund 20. Sven Madsen von der ING Bank-BHF hält diesen Aufschlag allerdings für gerechtfertigt. "Bei den Nahrungsmittelkonzernen weiß man dafür eben auch, dass man mit konstant steigenden Einnahmen rechnen kann."

Tatsächlich ist auf die großen Konzerne Verlass: Danone glänzte in der vergangenen Woche mit guten Quartalszahlen und einer Bestätigung der Prognosen, bei Nestlé erwarten die Analysten für die am Donnerstag anstehenden Neun-Monats-Zahlen ebenfalls keine bösen Überraschungen. "Nestlé war in den vergangenen zwei Jahren der Branchenprimus", sagt Schwendimann.

Allerdings habe Nestlé zuletzt unter Währungseffekten auf Grund der Stärke des Schweizer Franken gelitten. Deswegen rechnet er im Vergleich zum Gesamtmarkt mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung. Bei Morgan Stanley-Analyst Massot bleibt Nestlé weiterhin der Favorit, weil er davon ausgeht, dass sich als Folge eines Restrukturierungsprogramms die Margen verbessern. "Bei den Margen liegen Unilever und die US-amerikanischen Foodkonzerne vorne", meint ING-BHF-Analyst Madsen. Aus bewertungstechnischer Sicht findet er Unilever sehr interessant.

LBBW-Analystin Ambrus geht davon aus, dass sich Unilever besser als der Markt entwickeln wird ("Outperform"), da die Restrukturierung des Konzerns erfolgreich verlaufen sei. Auf Grund der guten Zahlen und des anhaltenden Wachstums empfehlen die Analysten von JP Morgan die Danone-Aktie "überzugewichten". Als oft unbeachtete Perle gilt vielen Analysten die italienische Nahrungsmittelfirma Parmalat, die im Index der mittelgroßen italienischen Werte Midex notiert. Massot sagt dazu: "Parmalat ist einer der Werte aus dem Foodsektor, der am stärksten unterbewertet ist."

Quelle: Handelsblatt

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