Nahtloser Informationsfluss ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Auftreten
E-Prozess legt Betriebe an die Kette

Heutzutage erwarten Industriebetriebe von ihren Techniklieferanten nicht nur die Bereitstellung ausgeklügelter Automatisierungstechnik. Im Rahmen von E-Prozess wird heute eine verlässliche Unterstützung für die ganze Prozesskette betrieblicher Aktivitäten verlangt.

DÜSSELDORF. Der "Complete Automation Process" umfasst heute das ganzheitliche Spektrum betrieblicher Automatisierung: von der Steuerung der Geräte in der Feldebene über die Leitsysteme, den verlässlichen Service und Support in jeder Phase bis hin zu optimierten Lieferketten und der elektronischen Beschaffung. "Heute ist es für Automatisierungsausrüster unentbehrlich, nicht nur hochleistungsfähige technische Produkte anbieten zu können, sondern es ist zunehmend wichtiger, auch entsprechendes Know-how und den Vor-Ort-Support bereitstellen zu können", sagt Randall L. Freeman, Vice President Global Marketing von Rockwell Automation.

Besonders der zuverlässige, schnelle und voraussehbare Bezug von Material und Rohteilen sowie die Lieferung der Fertigprodukte sind heute die wichtigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Auftreten in der Welt des E-Business. Dazu müssen durch nahtlosen Informationsfluss alle Daten just in time zwischen den oftmals weltweit verteilten Betriebsstätten zirkulieren, um den Betriebsprozess aus übergeordneter Warte optimal steuern zu können.

Dadurch entstehen eng miteinander verwobene "Supply-Chain"-Ketten, wie sie beispielsweise Dell Computer mit seinem verzweigten Lieferantennetzwerk geschaffen hat. Der direkte Einblick des Kunden in die Fertigung, etwa um den Sachstand seiner bestellten Produktes zu erfahren, bedingt die interaktive Einbindung von Abnehmern und Lieferanten in den Produktionsprozess via Supply-Chain-Management. Dies lässt sich nur mit einem vollständig durchdachten E-Process erzielen.

Daneben stellt aber auch die Verfügbarkeit der Produktionsanlagen rund um die Uhr das ganze Jahr durch besondere Herausforderungen an eine effiziente Wartung und Instandhaltung. In der Praxis sind plötzliche Anlagenstillstände, Warten auf Ersatzteilorders oder verzögerte Instandsetzungsaufträge - viele davon "auf Zuruf" oder "fliegenden Zetteln" - immer noch an der Tagesordnung.

So hat man etwa bei der Motoren- und Turbinen-Union, MTU, festgestellt, dass allein das Herbeischaffen der erforderlichen Ersatzteile sowie das Veranlassen der nötigen Arbeitsinstruktionen nahezu 30 % des Zeitaufwandes der mit der Instandsetzung beauftragten Mitarbeiter ausmachen. Hinzu kommen oftmals noch hohe Kosten für teure Spontankäufe und eine antiquierte Teilelagerverwaltung für den internen Maschinenpark. Ein effektives Maintenance-Management ist ohne ausgereifte IT-Unterstützung heute fast gar nicht mehr vorstellbar.

CBM (Condition-Based Maintenance) und CMMS (Computerised Maintenance Management Systems), wie sie etwa die Instandhaltungssoftware Maximo von MRO Software bietet, dienen dazu, alle MRO-Ressourcen (Ressourcen für Wartung, Reparatur und Betrieb), d.h. Personal, Ersatzteile, Werkzeuge zu optimieren.

Außerdem wird mit dem computergestützten Wartungsverwaltungssystem die Erstellung gut abgestimmter Wartungsprogramme ermöglicht. Bei der zustandsbedingten Wartung wird auf Grund von Erfahrungswerten gleich die Abnutzung der Maschinen und Anlagen bei der Erstellung von Wartungsplänen miteinkalkuliert. "Mit dem Know-how, das wir durch jahrelange Zusammenarbeit mit Automobilherstellern erworben haben, konnten wir zusammen mit MRO eine Wartungslösung entwickeln, die ungeplante und kostspielige Ausfallzeiten verhindert", freut sich Joe Owen, Director Commercial Marketing and Strategic Planning vom Global Technical Services (GTS) bei Rockwell Automation. "Durch den Einsatz unserer Wartungslösung können Anlagenbetreiber die Zuverlässigkeit und die Steuerung ihres Fertigungsprozesses optimieren, die Produktionsgeschwindigkeit erhöhen und nicht zuletzt den Ersatzteilbestand reduzieren."

Wie der Anbieter von ganzheitlichen Complete-Automation-Lösungen, Rockwell Automation, bei seinem Kunden festgestellt hat, konnte ein Chemieunternehmen seine jährlichen Instandhaltungskosten im E-Prozess-Ablauf um knapp 10 Mill. Euro reduzieren.

Daneben führt aber auch ein integrierter elektronischer Marktplatz für den Online-Einkauf von Wartungsmaterial und Werkzeugen per Internet zu Preisreduzierungen und einer Verkürzung des Bestell- und Lieferzyklus.

Marktforscher der Aberdeen Group aus Boston haben herausgefunden, dass allein der Online-Einkauf von Wartungsmaterial über das Web im Durchschnitt zu einer Preisreduzierung zwischen 5 und 10 % führt, verbunden mit einer Verringerung des Bestell- und Lieferzyklus von 7,3 auf zwei Tage; gleichzeitig sinken die Prozesskosten von 107 US-$ auf 30 US-$. "Der Einsatz von E-Procurement ist für die Unternehmen keine Frage des ob, sondern nur noch eine Frage des wann", sagt David Alschuler zuständiger Manager für den E-Business-Bereich bei der Aberdeen Group.

Der Schweinfurter Lagerhersteller SKF setzt auf der Basis der MRO-Software ein System ein, mit dem der Kunde aus dem Instandhaltungsbereich seinen Werkzeugbedarf online per Internet bestellt. Darüber hinaus kann er Verfügbarkeiten abfragen, Aufträge auslösen sowie den Auftragsfortschritt verfolgen und ein breites Spektrum an Know-how nutzen, wie z.B. Einbauvorschriften, Sicherheitshinweise, Zeichnungen und Videos.

"Künftig wird der Mitarbeiter in der Instandhaltung die notwendigen Teile mit einem PC-Modul erfassen und online die Bestellung beim Lieferanten auslösen", prophezeit der Projektleiter Endorsia SKF Deutschland, Dietmar Reinhard, "Am nächsten Tag wird das Päckchen direkt an der Werkbank mit einem freundlichen Lächeln angeliefert."

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