Nahverkehr stürzte ins Chaos
Hunderttausende Italiener gingen auf die Straße

Zu Hunderttausenden haben Arbeiter am Freitag in italienischen Städten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestiert. Sie folgten dem Aufruf der größten Gewerkschaft Italiens, CGIL, zu einem eintägigen Generalstreik.

Reuters ROM. In Mailand gingen schätzungsweise 250 000 Gewerkschafter auf die Straße, landesweit gab es Demonstrationen in mehr als 100 Orten. Der öffentliche Nahverkehr stürzte ins Chaos. Die italienische Fluggesellschaft Alitalia strich oder verschob mehr als die Hälfte ihrer Flüge, andere Fluggesellschaften mussten ihre Auslandsverbindungen streichen. Bis zu 30 000 Reisende waren betroffen.

Es war der zweite Generalstreik in einem halben Jahr. Die beiden anderen großen Gewerkschaften hatten sich dem Streikaufruf nicht anschlossen, anders als bei dem Generalstreik im April, an dem sich 13 Millionen Menschen beteiligten und der das Land lahm legte. Seit Jahresbeginn sind in Italien offiziellen Angaben zufolge mehr als 25 Millionen Arbeitsstunden durch Streiks verloren gegangen.

Die CGIL begründete den jüngsten Streik damit, dass die Haushalts- und Steuerpolitik von Ministerpräsident Silvio Berlusconi Italiens Wirtschaftslage verschärfe und rund 280 000 Arbeitsplätze gefährde. In den vergangenen Wochen hatten italienische Firmen bekannt gegeben, mehr als 20 000 Arbeitsplätze zu streichen. Allein der angeschlagene Autokonzern Fiat plant, 8100 Arbeiter zu entlassen, rund 20 Prozent der Angestellten seiner Automobilsparte.

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