Name bleibt erhalten
Holzmann-Auslandsgeschäft verkauft

Während das Inlandsgeschäft der insolventen Philipp vor einem Trümmerhaufen steht, konnten große Teile der Auslandsaktivitäten gerettet werden.

dpa FRANKFURT. Der algerische Mischkonzern Khalifa übernimmt das Auslandsgeschäft mit Ausnahme der Regionen USA, Österreich und die Niederlande. Damit können nach Darstellung von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann knapp 650 Stellen - davon 100 im Inland - erhalten werden. Den Kaufpreis wollte er allerdings nicht nennen.

Die Belegschaft wird sogar weiter aufgestockt, wie der neue Eigentümer und Khalifa-Präsident Rafik Abdelmoumen el Khelifa nach der Unterzeichnung der Verträge am Mittwoch in Neu-Isenburg ankündigte. Von Anfang Juli an wird die Gesellschaft unter dem Namen Philipp Holzmann International Khalifa GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg geführt.

Die übernommene Einheit kam 2001 auf einen Umsatz von 120 Millionen Euro und war mit etwa zehn Millionen Euro sogar profitabel. Die Khalifa-Gruppe - bestehend aus zwölf Unternehmen - hat derzeit 13 000 Beschäftigte. Mit einem Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Dollar wurde 2001 ein Reingewinn von 360 Millionen Dollar erzielt. Einziger Eigentümer des ersten privaten Konzerns in Algerien ist der 35 Jahre alte el Khelifa.

Mit Holzmann International hat er vor allem technische Kompetenz und Management-Erfahrung für die expandierenden Bausparten eingekauft. Eine der wichtigsten Aufgaben ist der Wohnungsbau in Algerien. Nach einem Regierungsprogramm sollen allein in den nächsten fünf Jahren eine Million Wohnungen gebaut werden.

Die regionalen Aktivitäten von Khalifa erstrecken sich außer dem Schwerpunkt im Heimatland auf den gesamten nordafrikanischen Gürtel bis Arabien. Schon deshalb ergaben sich kulturelle Berührungspunkte zu den Holzmännern. Ihr Schwerpunkt war neben China die arabische Halbinsel sowie die französischen Überseegebiete einschließlich des europäischen Raumfahrtzentrums Kourou. Nach Darstellung von el Khelifa soll Holzmann International einen Technologie-Transfer und somit Hilfe für die Aufbau Algeriens leisten.

Während im Inland die Lage für die rund 3000 Beschäftigten der Philipp nach dem überraschenden Rückzug des niederländischen Baukonzerns Heijmans äußerst unsicher geworden ist, besteht unverändert großes Interesse auch an der US-Tochter Jones. Mit einem Vertragsabschluss für die profitable US-Firma sei aber nicht bald zu rechnen, sagte Hermann der Nachrichtenagentur dpa.

Wichtiger sei es nun, auch die übrigen deutschen Holzmann-Töchter in geordnete Bahnen zu bringen. Größtes Problem für den Insolvenzverwalter ist der Verlust qualifizierter Mitarbeiter. Je länger die Hängepartie dauert, um so stärker der Hang des qualifizierten Personals, das Heil bei der Konkurrenz zu suchen. Dies spielte auch bei Holzmann International schon eine erhebliche Rolle. Khalifa will deshalb alles daran setzen, wichtige Leute wieder zurück zu holen.

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