Name steht für Extremmaß an Luxus
VW Phaeton belebt ein Stück Autogeschichte

Nicht nur der RS6 von Audi steht verkaufsbereit beim Ingolstädter Automobilhersteller, auch der neue A8 - das Flaggschiff aus dem Audi-Modellprogramm - hätte schon längst auf dem Markt sein können.

pha DÜSSELDORF. Doch die Volkswagen-Konzernräson hat das verhindert: Die Wolfsburger Zentrale stoppte einen schnellen Verkaufsstart des A8, statt dessen sollte erst die VW-Luxuslimousine Phaeton auf den Markt kommen. Seit wenigen Tagen wird der große VW nun verkauft, auf den A8 müssen Kunden noch bis November warten.

Der wenig gängige Name Phaeton hat gleich nach seiner Bekanntgabe Kopfschütteln ausgelöst. Doch VW erweckt damit nur einen alten Begriff aus der Automobilgeschichte. Bereits um das Jahr 1900, die Autos lernten gerade laufen, gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Karosserievarianten: Cabrio, Convertible, Coach, Coupé, Landaulet, Sedan, Saloon, Roadster, Speedster, Break, Spider, Tonneau, Victoria und - Phaeton. Ursprünglich wurde darunter ein luxuriöser, viertüriger Tourenwagen mit zwei Sitzreihen verstanden. Wie alle frühen Automobile war auch der Phaeton ein offenes Fahrzeug. Doch schon bald verhalfen aufwendige Verdeckkonstruktionen den Insassen zu einem Dach über dem Kopf.

Schnell setzte sich die Karosseriebezeichnung für höherwertige Fahrzeuge durch. Über 5 m Außenlänge, Radstände von mehr als 3,50 m, Motoren mit zehn und zwölf Zylindern sowie Leistungen bis 100 PS waren das Kennzeichen dieser extravaganten Karossen. Der Name Phaeton wurde bald zum Inbegriff höchsten Luxus. Kein Wunder also, dass alle damaligen Nobelmarken Phaetons im Angebot hatten: Mercedes, Horch und Maybach ebenso wie Rolls-Royce oder Bugatti. Insgesamt hat es in der Automobilgeschichte etwa 80 Modelle gegeben, die mit der Bezeichnung Phaeton auf den Markt kamen.

Die elitärsten Exemplare, die je gebaut wurden, entstanden in den 20er- und 30er-Jahren in Amerika. Prestigemarken wie Duesenberg, Cord, Auburn, Packard, Pierce Arrow oder Cadillac schmückten sich mit dem elitären Beinamen. Folglich bevorzugten vor allem der Adel, Prominente und Schauspieler diese Automobile. So ließ sich einst der englische Premierminister Winston Churchill in einem Packard DeLuxe Eigth Dual Cowl Phaeton chauffieren. Und von Marlene Dietrich ist überliefert, dass sie sich besonders gerne in einem Auburn Six Phaeton sehen ließ.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%