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Namensforscherin sieht keinen Trend zum «Otto»DPA-Datum: 2004-07-08 10:49:15

Leipzig (dpa) - Trotz des Erfolgs der Griechen mit ihrem Trainer Otto Rehhagel bei der Fußball-Europameisterschaft rollt auf Deutschland keine Welle an Kindstaufen auf den Vornamen Otto zu.

Leipzig (dpa) - Trotz des Erfolgs der Griechen mit ihrem Trainer Otto Rehhagel bei der Fußball-Europameisterschaft rollt auf Deutschland keine Welle an Kindstaufen auf den Vornamen Otto zu.

«Dass es nach dem traditionellen Vornamen Otto eine erhöhte Nachfrage gegeben hätte, kann ich nicht bestätigen», sagte Gabriele Rodriguez, Sprachwissenschaftlerin am Lehrstuhl für Namensforschung der Universität Leipzig in einem dpa-Gespräch. «Dafür habe ich jede Woche Anfragen nach neuen Vornamen auf dem Tisch, die noch nicht in Deutschland registriert sind.»

In den vergangenen Jahren in Deutschland habe es zwar wieder einen leichten Trend zu traditionellen Vornamen wie Paul, Franz, Konrad und Fritz gegeben. «Wenn Otto Rehhagel aber Paul oder Otis hieße, läge er voll im Trend», sagte die Forscherin.

Einerseits steige die Anzahl der in Deutschland registrierten Vornamen und deren unterschiedliche Schreibweisen seit rund 30 Jahren kontinuierlich an. Seien früher auf die fünf meistvergebenen Vornamen eines Jahrgangs rund sieben bis zehn Prozent aller Kinder entfallen, wären es heute nur noch drei Prozent.

Der zweite Trend sei die zunehmende Internationalisierung der Namensgebung. Arabische und afroamerikanische Namen wie Latoya, Lakeisha oder Shakira seien seit den 90er Jahren verstärkt bei ihr angefragt worden.

In Deutschland bestehe grundsätzlich eine Freiheit der Namenswahl, sagte Rodriguez. Allerdings müssen die Erkennbarkeit als Vorname und die eindeutige Identifizierbarkeit gewährleistet sein. Auch dürfe der Name seinen Träger nicht dem allgemeinen Spott aussetzen.

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