Namenswechsel am Samstag
"Neun Live" will neue Zuschauer gewinnen

Unter dem Namen "Neun Live" will der frühere Fernsehsender TM3 von diesem Samstag an Jagd auf neue Zuschauer machen. Bis 2002 strebe der Sender einen Zuschauer-Marktanteil von 0,5 % an, sagte Geschäftsführerin Christiane zu Salm am Mittwoch in München. Seit Beginn der Testphase für das neue interaktive Live-Unterhaltungsprogramm seien die Zuschauerzahlen allerdings zurückgegangen.

dpa MüNCHEN . Der Marktanteil habe sich von 0,7 % im April auf 0,3 % im August verschlechtert. Das Programm des Senders besteht vor allem aus Quiz- und Verkaufssendungen, bei denen die Zuschauer anrufen sollen.

Unbeeindruckt zeigte sich zu Salm von den "schweren Angriffen der Presse" auf das interaktive Konzept des Senders. "Wir haben diese scharfe Kritik erwartet", sagte sie. "Mit Neun Live haben wir eine völlig neue Nutzungsform des Fernsehens entwickelt", erklärte die Geschäftsführerin das Format des "Mitmach-Senders". "Neun Live" habe weder den Anspruch, mit Anstalten wie RTL II verglichen zu werden, noch wolle der Sender journalistische Auszeichnungen gewinnen. "Neun Live" öffne das Fernsehen dem Zuschauer. "Es hat mich nicht gewundert, dass es dauert, bis das alle verstanden haben", hielt zu Salm der Kritik der Presse entgegen.

Auch für die Finanzierung von Neun Live entwickelte zu Salm ein neues Geschäftskonzept. Der Sender solle sich nicht nur über Werbeeinnahmen finanzieren, sondern auch über die Gebühren der Zuschauer-Anrufe. Die seien von 300 000 im Monatz April auf 5,9 Mill. im August gestiegen. Jeder Anruf kostet 96 Pfennige. 20 Mill. DM sollen aus den Hotlines dieses Jahr eingenommen werden. Für das laufende Jahr rechne "Neun Live" noch mit einem Verlust von rund 60 Mill. DM (30,7 Mill. Euro). Im Jahr 2003 wolle der Sender in die Gewinnzone kommen. "Bis dann will ich aus der Ruine TM3 ein Mehrfamilienhaus gemacht haben", sagte zu Salm.

Der Sender gehört zu 48,6 % H.O.T. Europe, zu 48,4 % der ProSieben Sat.1 Media AG und zu 3 % Christiane zu Salm. TM3 wurde 1993 als Frauensender gegründet. Vor zwei Jahren erhielt der Kanal unter seinen alten Gesellschaftern Tele München und dem anglo- amerikanischen Medienunternehmen Rupert Murdoch den Zuschlag für die Übertragung der Champions-League-Spiele. Im vergangenen Jahr gingen die Rechte wieder an RTL zurück.

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