Nanopartikel speichern Medikament
Kontaktlinsen geben Wirkstoffe ans Auge ab

Augenkrankheiten wie der Grüne Star könnten möglicherweise in Zukunft mit Wirkstoffen behandelt werden, die aus Kontaktlinsen abgegeben werden. Über diese Entwicklung berichteten amerikanische Wissenschaftler auf der Tagung der Amerikanischen Chemie-Gesellschaft in New Orleans.

ddp NEW ORLEANS. Augenkrankheiten wie der Grüne Star könnten möglicherweise in Zukunft mit Wirkstoffen behandelt werden, die aus Kontaktlinsen abgegeben werden. Über diese Entwicklung berichteten amerikanische Wissenschaftler auf der Tagung der Amerikanischen Chemie-Gesellschaft in New Orleans. In den Linsen sollen winzige Partikel eingelagert sein, die den Wirkstoff langsam und kontinuierlich abgeben.

"Bei Augentropfen besteht häufig das Problem, dass 95 Prozent des Medikaments dorthin gelangen, wo es nicht gebraucht wird", sagt Anuj Chauhan von der Universität Florida in Gainesville (USA). Die Tropfen könnten mit der Tränenflüssigkeit in die Nase und anschließend ins Blut gelangen und so teilweise schwere Nebenwirkungen auslösen. Beispielsweise kann Timolol, ein Medikament zur Behandlung des Grünen Stars, zu Herzbeschwerden führen.

Chauhan und seine Kollegin Derya Gulsen haben nun einen Weg entdeckt, wie Wirkstoffe in winzigen Teilchen, so genannten Nanopartikeln, in weiche Kontaktlinsen eingebaut werden können. Die Substanzen werden dann so langsam abgegeben, dass sie nur am gewünschten Ort wirken, erläutern die Forscher. Theoretisch könnten die Linsen bis zu zwei Wochen lang getragen werden. Es eigneten sich Linsen mit und ohne optische Korrektur.

Bis Medikamente abgebende Linsen auf den Markt kommen, wird es dauern. "Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium", sagt Chauhan. Die Linsen wurden bisher noch nicht einmal an Tieren getestet.

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