NASA bittet Russen um Hilfe: Weltraummüll könnte Absturzursache sein

NASA bittet Russen um Hilfe
Weltraummüll könnte Absturzursache sein

Auf der Suche nach der Ursache für den Absturz der Raumfähre "Columbia" ist ein Stück Weltraummüll in das Visier der Ermittler gerückt.

HB/dpa WASHINGTON. Auf einem Bild, das ein Armeeteleskop am zweiten Tag der 16-tägigen Shuttlemission aufnahm, ist etwas zu erkennen, das mit der Fähre zusammengestoßen sein könnte. "Das ist eine von vielen Theorien", sagte NASA Chef Sean O'Keefe am Montag. "Wir schließen nichts aus."

Unterdessen hat der stellvertretende Direktor der russischen Raumfahrtbehörde Rosawijakosmos, Nikolaj Moisejew, der Agentur Interfax bestätigt, dass die Amerikaner die Russen um einen weiteren Versorgungsflug zur ISS in diesem Jahr gebeten haben. "Die amerikanische Seite ist zur Finanzierung bereit", sagte er. Die Vereinbarung dazu müsse jedoch auf "präsidialem Niveau" getroffen werden. "Russland ist technisch zu diesem zusätzlichen Start einer Versorgungskapsel zur ISS bereit", sagte Moisejew. Die Kosten wurden auf 700 Millionen Rubel (etwa 20,5 Millionen Euro) geschätzt.

Nach den bisherigen Plänen sollten vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in diesem Jahr zwei bemannte Sojus-Kapseln und zwei Raumfrachter zur ISS fliegen. Unmittelbar nach dem Unglück der "Columbia" war bereits ein Progress-Frachter termingerecht zur Raumstation gestartet.

Unterdessen fanden Suchtrupps in Nacogdoches im Osten von Texas drei weitere große Trümmerteile. Darunter sei ein ein mal ein Meter großes Stück einer Luke, berichtete die Zeitung "Fort Wort Star- Telegram". Es könne möglicherweise die Abdeckung eines Fahrwerks sein. Das wäre für die Ermittler der Weltraumbehörde NASA von großer Bedeutung: Am linken Fahrwerksschacht war Minuten vor dem Unglück ein deutlicher Temperaturanstieg gemessen worden.

2000 Freiwillige helfen bei der Suche

Gut 2000 Freiwillige helfen in Texas bei der Suche nach Trümmerteilen. Mehr als 20 000 wurden inzwischen gefunden. Die ersten sollen in dieser Woche zum Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gebracht werden. Dort hatte der Schicksalsflug der "Columbia" am 16. Januar begonnen. Die Raumfähre zerbrach am 1. Februar kurz nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über Texas. Die sieben Astronauten an Bord kamen uns Leben.

Israel hat am Abend von seinem ersten Landsmann im All, dem Luftwaffen-Oberst Ilan Ramon, Abschied genommen. Nach einem Saxofon- Solo vor dem in eine israelische Fahne gehüllten Sarg hielten Präsident Mosche Katzav und Ministerpräsident Ariel Scharon Trauerreden. Scharon sagte an die Frau Ramons und dessen vier Kinder gewandt: "Euer Schmerz ist der Schmerz einer ganzen Nation". Weitere Israelis würden künftig ins Weltall fliegen, kündigte Scharon an. Auf Wunsch der Familie wird Ramon am Dienstag im engsten Familienkreis und unter Ausschluss der Medien beigesetzt.

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