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Nasdaq auf 14-Monats-Tiefstand

Außer auf Weihnachten gibt es an der Wall Street nichts, worauf man sich heute freuen könnte. Die wichtigsten US-Indizes bauen ihre Verluste im Handelsverlauf aus. Obwohl das Jahr 2000 nicht vorbei ist, gehört man nicht zu den Mutigen, bereits heute zu behaupten, dass es für den Technologieindex das schlechteste Jahr seit seines Bestehens seit 1971 gewesen sei. Das Börsenbarometer verliert bis zur Mittagszeit sechs Prozent.

Schlechte Nachrichten bei Chip- und Computerwerte lösen den Kurssturz aus und ziehen die Index-Schwergewichte in die Verlustzone. Die Aktien von Computersoftware- und Kommunikations-Equipment-Herstellern geraten in den Sog. Negative Analystenkommentare verstärken den Trend.



Kursverluste bei Intel und Microsoft drücken den Dow und Nasdaq Index in die Verlustzone. Die schlechte Entwicklung anderer PC-Werte tut ihr Übriges. Dell und Cisco büßen an Wert ein. Der Glasfasersektor belastet das Börsenbarometer der Technologiewerte zusätzlich. Schlechte Nachrichten bei Ciena sind der Auslöser.



Die Chip- und Computerwerte geraten nach den Gewinnwarnungen von Altera und Gateway unter Druck geraten. Verantwortlich für die trüben Aussichten ist das für die Branche schlecht angelaufene Weihnachtsgeschäft. Der PC-Umsatz ging in den ersten beiden Novemberwochen um acht Prozent zurück.



Beide Unternehmen warnten die Anleger gestern nach Börsenschluss vor schlechten Geschäftszahlen für das laufende und folgende Quartal. Gateway reduzierte seine Gewinnschätzung für das laufende Quartal drastisch von 62 auf 37 Cents pro Aktie. Der PC-Hersteller rechnet nun mit einem Umsatz von 2,55 Milliarden Dollar und damit einer halben Milliarde Dollar weniger als ursprünglich erwartet. Lehman Brothers reduzierte das Kursziel von 85 Dollar auf 30 Dollar.



Altera

warnte die Investoren ebenfalls vor schlechter als erwarteten Quartalsergebnissen. Als Grund nennt der Computerchip-Hersteller die abflauende Nachfrage. Für Anleger dürfte es bald zur Gewohnheit werden, denn Altera warnt bereits zum zweiten Mal in diesem Monat vor schlechteren Verkaufszahlen. Auch für Alteras Konkurrenten Xilinx geht es bergab. Vitesse, Atmel und PMC-Sierra verlieren ebenfalls.



Abgesehen von der schlechten Marktstimmung machen Dell negative Analystenkommentare zu schaffen. Lehman Brothers stufte die Aktie des weltgrößten Computerdirekt-Vertreibers als auch die Titel von Intel, Compaq und Micron Technologies von "kaufen " auf "outperformer" ab. Advanced Micro Devices und Micron Electronics werden von "outperformer" auf "neutral" abgestuft.



Einziger Lichtblick am Donnerstag sind die guten Quartalszahlen bei Brocade. Der Hersteller von Datenspeichern hat am Mittwoch nach Börsenschluss Ergebnisse gemeldet. Im vierten Quartal konnte der Gewinn mit 22 Cents pro Aktie die Schätzungen um zwei Cents schlagen. Im vergleichbaren Vorjahresquartal konnte dagegen nur ein Gewinn in Höhe von drei Cents pro Aktie erwirtschaftet werden. Der Umsatz von 27,2 Millionen Dollar stellte die Anleger mehr als zufrieden. Für das Jahr 2001 erwartet Brocade ein Umsatzwachstum in Höhe von 150 Prozent. Die Brocade-Aktie notiert auch im sehr schwachen Marktumfeld am Mittwoch Mittag mit fünf Prozent im Plus. Die Analystenhäuser Morgan Stanley, Deutsche Banc Alex Brown und First Albany stufen die Aktie daher auch mit "aggressiv kaufen" ein.



Die Einzelhandelswerte haben heute kein einfacheres Leben. Sorgenkind GAP warnte die Anleger vor schlechten Quartalszahlen. Die größte US-Bekleidungskette klagt bereits zum zweiten Mal in Folge übereine rückläufige Gewinnentwicklung. GAP unterrichtete die Anleger gestern nach Handelsschluss, dass die Umsatzzahlen im November um ein Prozent zurück gingen. Gerade die Verkaufszahlen bei den Tochterunternehmen Banana Republic und Old Navy haben der größten Bekleidungskette der USA geschadet. Wal Mart notiert ebenfalls schwächer.



Gute Nachrichten gibt es dafür von Juniper Networks und Ericsson. Der Netzwerkhersteller Juniper und das Mobilfunkunternehmen Ericsson gaben bekannt, künftig zusammen zu arbeiten. Im Rahmen des Joint Ventures wird eine Technik für die mobile Vernetzung entwickelt, die exklusiv von Ericsson vertrieben wird. Diese ist sowohl für Internetservice-Provider als auch für Mobilfunknetz-Betreiber interessant. Bereits am Dienstag hat James Parmelee vom Analystenhaus Credit Suisse First Boston die Juniper Aktie mit "aggressiv kaufen" bewertet.



Ciena

verlor über 13 Prozent an Wert. Ein Analystenkommentar brachte den Wert zum Absturz. Konkurrenten wie Lucent Technologies könnten den Hersteller von Glasfaserzubehör zwingen, Preise zu senken und damit die Gewinnmargen zu reduzieren. Sprint, einer der größten Kunden von Ciena, wandert bereits zu Alcatel ab.

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