Nasdaq auf Jahrestief
US-Börsen von Konjunkturdaten belastet

Der Nasdaq Composite rutschte auf den tiefsten Schlusstand in diesem Jahr. Anleger befürchten Rückgang der Unternehmensgewinne.

rtr NEW YORK. Die jüngsten US-Konjunkturdaten haben Händlern zufolge am Dienstag an den US- Aktienbörsen zu einem tieferen Tageschluss geführt. Insbesondere die Technologiewerte seien durch die jüngsten Zeichen einer sich abkühlenden US-Wirtschaft belastet worden. Der Nasdaq Composite rutschte auf den tiefsten Schlusstand in diesem Jahr. Anleger befürchteten, dass mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums auch die Unternehmensgewinne sinken werden, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 0,36 Prozent tiefer auf 10 507,58 Zählern. Der technologielastige Nasdaq Composite Index brach um 5,05 Prozent ein und notierte bei Sitzungsende auf 2734,98 Zählern, dem tiefsten Stand in diesem Jahr. Damit setzte der Index seine Talfahrt vom Montag fort. Einen so tiefen Punktestand verzeichnete der Nasdaq Composite zuletzt im Oktober 1999. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,95 Prozent auf 1336,09 Punkte nach.

Die Unruhe über den US-Konjunkturverlauf sei durch die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang für langlebige Güter und dem Index zum Konsumentenvertrauen ausgelöst worden, hieß es von Händlerseite. Das US-Handelsministerium hatte vor Handelsbeginn einen im Vergleich zum Vormonat um 5,5 Prozent gesunkenen Auftragseingang langlebiger Güter für Oktober bekannt gegeben. Analysten hatten in der Mehrzahl mit einem Minus von 1,3 Prozent nach einem Plus von drei Prozent im September gerechnet. Das private Forschungsinstitut Conference Board teilte mit, der Index zum Verbrauchervertrauen sei im November auf 133,5 Punkte gefallen. Im Oktober betrug der Indexstand noch 135,8 Punkte. Damit lag der Index auf dem tiefsten Stand seit Oktober 1999. Wall Street-Analysten hatten für November mit einer Zunahme des Indexstandes auf 135,9 Punkten gerechnet.

"Investoren stellen sich momentan viele Fragen", sagte Alan Skrainka, Chefmarktstratege bei Edward Jones. " Auf der einen Seite sinken bei einem langsameren Wirtschaftswachstum die Zinssätze, was Aktien attraktiver werden lässt. Andererseits ist auch mit sinkenden Unternehmensumsätzen zu rechnen. So sitzen wir in einer Zwickmühle."

An der Nasdaq wurden insbesondere die Aktien des Softwarekonzerns Microsoft in Mitleidenschaft gezogen, die um 5,22 Prozent tiefer auf 67 Dollar schlossen. Aber auch die Aktien der US-Computerkonzerne Compaq und Dell mussten am Dienstag kräftige Verluste hinnehmen, nachdem die Investmentbank Salomon Smith Barney in einer Analyse über hohe Lagerbestände an Personal Computern und sinkende PC-Nachfrage bei Computerfirmen berichtet hatte. Die Aktien des Computerherstellers Compaq fielen um rund sieben Prozent auf 23,10 Dollar. Die Papiere von Dell gaben um mehr als acht Prozent auf 22-7/16 Dollar nach. Die Aktien von Sun Microsystems büßten im Sog der anderen Computerhersteller 7,87 Prozent auf 81-1/4 Dollar ein.

Zudem mussten Internetwerte mehrheitlich deutliche Kursabschläge hinnehmen. Der Sektor werde weiterhin von Sorgen über abnehmende Werbeeinnahmen belastet, sagten Händler. Yahoo rutschten 7,87 Prozent ins Minus auf rund 36-31/64 Dollar.

Deutliche Einbußen von rund 13 Prozent verzeichnete der Chiphersteller Broadcom, nachdem ein Wall-Street-Investmenthaus die Ertragsprognose des Unternehmens nach unten revidiert hatte.

An der New York Stock Exchange schlossen bei Umsätzen von rund 1,02 Milliarden Aktien 1140 Titel höher, 1689 niedriger und 498 unverändert. An der Nasdaq standen sich bei einem Handelsvolumen von 1,86 Milliarden Aktien die Gewinner und Verlierer im Verhältnis eins zu drei gegenüber. Am US-Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um 11/32 fester und brachten eine Rendite von 5,677 Prozent.

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