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Nasdaq auf Talfahrt

Der Nasdaq Index ist zur Mittagsstunde in New York nur noch 30 Punkte von seinem Jahrestiefstand entfernt. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte notiert ebenfalls in der Verlustzone. Kursverluste bei Microsoft und anderen High-Tech-Aktien belasten die Märkte.

Nachdem Mircrosoft am Donnerstag nach Handelsschluss eine Gewinnwarnung veröffentlichte, können sich am Freitag auch Computerwerte und artverwandte Aktien nicht mehr auf ihren Ständen halten. Anleger reagieren auf Grund der nicht abreißenden Serie von Gewinnwarnungen empfindlich. Nachdem nun Microsoft auf die schwächere Geschäftsentwicklung aufmerksam machte, wird bewusster was schon lange nahe lag. Nicht nur Konkurrenzunternehmen, sondern auch Zulieferfirmen wie Server und Softwareanbieter werden die harten Bandagen der abkühlenden US-Wirtschaft zu spüren bekommen.



Siebel, Sun Microsystems und EMC verbuchen Kurseinbußen. Bear Stearns reduziert die Einstufung von Sun und EMC von "kaufen" auf "attraktiv". Das Investmenthaus begründet die Abstufung mit dem rückläufigen Wirtschaftswachstum und den damit sinkenden Unternehmensausgaben im Technologiesektor.



Neben IBM zieht Microsoft auch Computervertreiber Dell mit in die Tiefe. Hewlett-Packard und Intel geben ebenfalls Punkte ab.



Auch Cisco Systems belasten den Nasdaq Index. Für die Aktie von Cisco geht es dagegen ins negative Terrain, nachdem der Vizepräsident Gary Daichendt seine Kündigung erklärte. Mit Daichendt verlässt bereits der zweite Topmanager in vier Monaten den Netzwerkausrüster. Die Anleger sind wenig erfreut.



Auch Fotokonzern Polaroid bereitet die Anleger auf enttäuschende Quartalszahlen vor. Unternehmensangaben zufolge werde im laufenden Quartal lediglich die Gewinnschwelle erreicht. Eine herbe Enttäuschung: Analysten hatten durchschnittlich mit 52 Cents Gewinn pro Aktie gerechnet. Schuld an dem schlechten Ergebnis seien die enttäuschende Umsatzentwicklung. Als Gegenmaßnahme plant Polaroid, Kosten zu reduzieren. Erst am Dienstag hatte der Konkurrent Eastman Kodak wegen geringerer Konsumentenausgaben die Gewinnziele reduziert.



Die Fahne hoch halten kann dagegen Oracle. Der Wert führt die Kursgewinne der Nasdaq an. Der Datenbankspezialist konnte die Gewinnerwartungen der Analysten mit einem Quartalsergebnis von elf Cents um einen Cent übertreffen. Oracle erklärte erfrischender Weise, dass das Geschäftsergebnis nicht durch die Abkühlung der US-Konjunktur unter Druck geraten sei. Nachdem der Wert am Donnerstag wegen pessimistischer Gewinnprognosen von Morgan Stanley fast zwölf Prozent an Wert verlor, geht es heute wieder bergauf.



Die vorbörslich veröffentlichten Wirtschaftsdaten beeindruckten die Anleger am Morgen weniger. Wie bereits bei den Erzeugerpreisen bestätigen die Verbraucherpreise erneut eine Abkühlung der US-Konjunktur. Von Inflationstendenzen gibt es keine Spur. Der Verbraucherpreisindex stieg im November wie von Experten erwartet um 0,2 Prozent an. Vor allem die hohen Preise für Tabak und Autos trieben den Indikator in die Höhe. Die Tabakpreise erreichten im vergangenen Monat das höchste Niveau seit April. Die um die volatilen Bereiche Lebensmittel und Energie bereinigte Kernrate legte um 0,3 Prozent und stieg damit 0,1 Prozent stärker als erwartet.

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