Nasdaq belastet Technologie-Titel
Europäische Börsen leiden unter US-Vorgaben

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Montag teilweise deutlich schwächer präsentiert. Verantwortlich hierfür waren Händlern zufolge vor allem die schlechten Vorgaben der Wall Street vom vergangenen Freitag. Hinzu komme die Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen.

Der technologielastige Nasdaq-Index hatte am Freitag 5,4 % auf 3028,99 Punkte abgegeben. Der Dow Jones hatte mit einem Minus von 2,1 % bei 10 602,95 Zählern geschlossen. Der Dezember-S&P-Futures deutet mit einem Rückgang von 10,8 Punkten auf 1361,30 Zähler auf eine niedrigere Eröffnung der Wall Street hin. Der Nasdaq-Future lag 85,50 Zähler im Minus. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis gegen 14.25 Uhr 1,7 % auf 4699,82 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 2,1 % auf 4830,94 Punkte nachgab.

London - Banken und Technologie-Titel belasten

An der Londoner Börse sind die Aktienwerte Händlern zufolge aufgrund der Schwäche der Bankentitel unter Druck geraten. Der FTSE verlor 1,5 % auf 6301,6 Punkte. Die aufgrund der schlechten US-Vorgaben leichteren Technologie- und Medienwerte hätten diesen Trend noch verstärkt. Verantwortlich für die Einbußen der Finanztitel seien mehrere Herabstufungen, hieß es.

Zu den großen Verlierern gehörten unter anderem die Börsenschwergewichte HSBC und Barclays. Die Aktien gaben um 2,7 % auf 999 Pence beziehungsweise um 2,6 % auf 1961-1/2 Pence nach. Unter den High-Tech-Titeln verbuchten Bookham große Verluste. Das Papier rutschte um 11,3 % auf 1381-1/2 Pence ab.

Züricher Börse leichter

Die Schweizer Börse präsentierte sich parallel zum europäischen Trend leichter. Der SMI gab um 0,7 % auf 7993,7 Punkte nach. Das Abwärtspotenzial ist Marktbeobachtern zufolge allerdings begrenzt. Die psychologisch wichtige Marke von 8000 Punkten habe zwar nicht gehalten werden können, dennoch biete die defensive Ausrichtung des Börsenbarometers einigen Schutz vor größeren Kursabschwüngen.

Im Mittelpunkt des Interesses stand Börsendebütant Syngenta. Das aus der Zusammenlegung des Agrogeschäfts von AstraZeneca und Novartis entstandene Unternehmen rutschte nach einem Ausgabepreis von 85 sfr auf 75 sfr ab und notierte zuletzt bei 77,35 sfr.

Paris - TMT-Aktien unter Druck

In Paris präsentierte sich die Börse aufgrund der Verluste bei TMT-Aktien (Technologie, Medien, Telekommunikation) leichter. Der CAC40 rutschte um zwei Prozent auf 6022,32 Zähler ab. Börsianern zufolge belasteten aber auch wieder steigende Ölpreise die Stimmung. Mit Spannung erwarte der Markt auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank zur Wochenmitte. Einige Experten seien der Meinung, die Geldpolitik der Federal Reserve Bank sei derzeit zu restriktiv und könne eine "weiche Landung" der US-Wirtschaft verhindern. Mit einer Zinssenkung rechneten allerdings nur wenige.

Gegen den Trend konnten nur wenige Titel zulegen. Valeo setzten ihre Aufwärtsbewegung aufgrund anhaltender Übernahmegerüchte fort und zogen um 1,4 % auf 57,90 Euro an.

Mailand - Mediobanca im Mittelpunkt

Die italienischen Aktienwerte folgten dem allgemeinen Abwärtstrend. Der Mib30 verlor 1,6 % auf 46 818 Punkte. Im Mittelpunkt des Interesses standen Mediobanca, sagten Händler. Der Generali-Hauptaktionär habe mit seinem französischen Partner Lazard eine Vereinbarung getroffen, die eine größere Kontrolle des Versicherers ermögliche. Die Mediobanca-Aktien litten nach dem Höhenflug der vergangenen Woche unter Gewinnmitnahmen und gaben um 5,5 % auf 13,47 Euro nach.

Weit oben auf der Verliererliste standen außerdem Seat PG. Im Rahmen der Fusion mit der Telecom-Italia- Internettochter (TI) Tin.it seien Gratisaktien an die TI-Eigner ausgegeben worden, die sofort verkauft worden seien. Seat rutschten um 3,6 % auf 3,10 Euro ab.

Madrid- Argentinien belastet Banken

An der Börse Madrid verlor der Ibex-Index 1,4 % auf 9814,80 Zähler. Banco Bilbao Vizcaya Argentaria gaben um 1,3 % auf 15,15 Euro nach. Börsenschwergewicht Telefonica büßte 2,7 % auf 20,15 Euro ein.

US-Vorgaben belasten Aktienmarkt in Amsterdam

Die niederländischen Aktienwerte sind am Montag aufgrund der schlechten US-Vorgaben leichter in die neue Woche gestartet. Bis zum Mittag verlor der AEX 1,4 % auf 664,88 Punkte. Neben der Nasdaq-Schwäche gebe es kaum kursrelevante Impulse, sagten Marktbeobachter. Unter Druck standen vor allem die Technologiewerte UPC und Philips. Die Titel gaben sechs Prozent auf 17,10 Euro beziehungsweise 5,4 % auf 38,70 Euro ab.

Wien - Brauwerte gegen den Trend fester

Unter den österreichischen Aktienwerten tendierten die Brauwerte aufgrund eines Übernahmeangebotes gegen den allgemeinen Trend fester. Der ATX büßte ein Prozent auf 1105,20 Punkte ein. BBAG zogen nach der Offerte der Gruppe Marsoner 5,3 % auf 50,00 Euro an und Brau Union 4,2 % auf 47,50 Euro. Die beiden Gesellschaften sollen mit der Brauerei Schwechat verschmolzen und dann an die Börse gebracht werden.

Brüssel - Geringe Umsätze wegen Bankenfeiertag

In Brüssel verlief das Geschäft aufgrund des Bankenfeiertages bei geringen Umsätzen schleppend. Der Bel20 gab um 0,9 % auf 3118,80 Zähler nach. Die im Index stark vertretenen Bankenwerte litten erneut unter Gewinnmitnahmen. Fortis B gaben 0,6 % auf 36,06 Euro ab. Im Rampenlicht stand der Börsendebütant BarcoNet. Das Papier rutschte nach einem Ausgabekurs von 15,60 Euro auf 13 Euro ab.

Stockholm - US-Vorgaben im Mittelpunkt

Die Stockholmer Börse wird Händlern zufolge vor allem von den schlechten US-Vorgaben beeinflusst. Der OMX tendierte 2,3 % leichter bei 1098,03 Zählern. Börsenriese Ericsson verbuchte ein Minus von vier skr und lag zuletzt bei 113,00 skr.

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