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Nasdaq driftet über drei Prozent ins Minus

Kein guter Tag für New Yorks Aktienmärkte: An der Wall Street bauten die wichtigsten Aktienindizes ihre Verluste aus. Schwache Einzelhandelsumsätze im August und Umsatzwarnungen in anderen Sektoren belasteten die Marktstimmung.

Der Dow Jones Index baut seine Verluste mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 9840 Punkte aus. Das Börsenbarometer der Nasdaq rutschte bis zu 3,03 Prozent in die Verlustzone und beendete den Handelstag bei 1705 Zählern.

Intels bevorstehende Analystenkonferenz war eines der beherrschenden Themen des Handelstages. Der weltgrößte Chiphersteller werde die Konferenz nutzen, um die Umsatzprognosen für das dritte Quartal zu senken, befürchtete die Mehrheit der Experten am Donnerstag. Der Chiphersteller kündigte schließlich nach Handelsschluss an, dass der Umsatz für das dritte Quartal knapp unter 6,5 Milliarden Dollar liegen werde. Noch im Juli hatte Intel einen Umsatz zwischen 6,2 Milliarden und 6,8 Milliarden Dollar prognostiziert. Das Papier von Intel rutschte bis Handelsschulss fast fünf Prozent ins Minus und beendete den Handelstag auf 26,10 Dollar. Auch die Aktien von Applied Materials, Altera und Texas Instruments büßten an Wert ein.

Für turbulente Nachrichten sorgte Microsoft am Donnerstag. Zuerst die gute Nachricht: Das US-Justizministerium hat entschieden, keine Zerschlagung von Microsoft zu fordern. Damit ist klar, dass auch der Gerichtshof, der diesen Fall bearbeitet, keine Zerschlagung anordnen kann. Die Reaktion der Aktie hielt sich jedoch in Grenzen. Der Grund: Am Mittwoch hatte Microsofts Finanzvorstand - nicht wie allgemein berichtet - die Quartalsprognosen bestätigt, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass die im Juli offiziell gegebenen Prognosen bisher nicht revidiert wurden. Die Meldung hatte die Märkte am späten Mittwochnachmittag vor weiteren Kursverlusten gerettet. Um so enttäuschter waren die Anleger dann am Donnerstag. Die Aktie von Microsoft verlor fast drei Prozent auf 56,02 Dollar.

Motorola und GAP sorgten mit schlechten Prognosen bei den Anlegern für kalte Füße. Der Chip- und Mobilfunkhersteller warnte am Morgen, dass der Umsatz des dritten Quartals lediglich auf dem Niveau des zweiten Quartals liegen werde. Bisher rechnete das Management mit einem Anstieg um fünf Prozent. Dementsprechend sei nun mit einem Quartalsverlust zwischen fünf und acht Cents pro Aktie zu rechnen. Die Konsensschätzungen liegen derzeit bei einem Verlust von fünf Cents pro Aktie. Gleichzeitig kündigte Motorola an, weitere 2.000 Mitarbeiter zu entlassen. Damit hat der Konzern seit Beginn der Abkühlung insgesamt 32.000 Stellen gestrichen. Das Papier notiert mit 15 Prozent auf 13,94 Dollar in der Verlustzone.

Der Einzelhandelssektor hatte unter den schlechten Umsatzzahlen von Bekleidungsriese GAP und Abercromie & Fitch zu leiden. GAP veröffentlichte eine Gewinnwarnung. Die Umsätze von Läden, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, brachen im August statt um die erwarteten fünf Prozent um satte 17 Prozent ein. Aufgrund dieser Entwicklung sei es möglich, dass die Umsatzprognosen für das dritte Quartal nicht eingehalten werden können, so das Unternehmen. Die Aktie verlor 21,05 Prozent auf 15 Dollar. Andere Einzelhandelswerte wie Home Depot und Wal-Mart rutschten ebenfalls ins negative Terrain und belasteten den Dow Jones Index. Home Depot büßte 5,3 Prozent auf 43,55 Dollar ein. Wal-Mart rutschte 3,62 Prozent auf 47,37 Dollar.

Auch der Onlinesektor blieb am Donnertag nicht verschont. Die Einnahmen aus Onlinewerbung werden in diesem Jahr um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar sinken und damit stärker zurückgehen als erwartet. Das prognostizieren zumindest die Analysten von ABN Amro. Während Onlineriese AOL Time Warner relativ fest im Sattel sitze, dürften Yahoo und andere Konkurrenten an Boden verlieren, prognostizieren die Experten. Aufgrund des schwachen Umfelds sollten Investoren weiterhin ausgesprochen vorsichtig bleiben. Der Aktie von Yahoo konnten die negativen Kommentare wenig anhaben. Die Aktie profitierte vom Lob des Brokerhauses Lehman Brothers. Anleger sollten die Kursschwäche bei Yahoo zum Einstieg nutzen, rieten die Spezialisten den Anlegern. Die Aktie legte über vier Prozent auf 11,10 Dollar zu.

Nach dem schwachen Handelstag warten die Anleger nun um so gespannter auf die Arbeitsmarktdaten für August. Der Nasdaq Index hat nun die Unterstützungslinie bei 1.715 Punkten getestet und damit ein stark überverkauftes Niveau erreicht. Wie sich die Märkte entwickeln, ist auch vom Arbeitsmarktbericht am Freitag abhängigen. Sollte die Marke von 1.715 Punkten deutlich nach unten durchbrochen werden, könnte der Nasdaq laut technischer Analyse bis auf 1.638 Punkte sinken. Ein ähnliches Szenario zeichnet sich beim Dow Jones Index ab. Hält sich der Index in dieser Woche über der Marke von 9.869 Punkten dürfte in der kommenden Woche eine technische Erholung anstehen.

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