Nasdaq-Future leicht im Minus
Finanzwerte am Neuen Markt unter Druck

Drei Tage nach Beginn der Angriffe der US-Armee auf Ziele in Afghanistan hat sich der Neue Markt am Vormittag kaum verändert präsentiert. Unter Druck standen allerdings erneut die Finanzwerte, deren Branchenindex rund zwei Prozent einbüßte.

Reuters FRANKFURT. Außerdem verbuchten die Aktien der insolventen Lipro AG zwischenzeitlich einen Aufschlag von fast 200 Prozent, was Händler auf Käufe spekulativ eingestellter Kurzfristanleger zurückführten. Zur Unsicherheit im Markt sagten Börsianer: "Die USA haben weitere Militärschläge angekündigt und die Reaktionen der Taliban ist nicht abzusehen."

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index tendierte am Mittwochmittag 0,15 Prozent fester bei 867 Punkten, die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips stiegen um 0,58 Prozent auf 826 Stellen und tendierten damit fast unverändert zum Vortagesschluss bei 822 Zählern. Der Nasdaq-Future lag am Vormittag mit 5,5 Punkten im Minus.

Höchste Gewinne verzeichneten bei den Blue Chips die Papiere der Medigene AG, die in der Spitze um 10,76 Prozent auf 16,06 Euro stiegen. "Das Papier war vorher unterbewertet und die Anleger beginnen jetzt wieder ihr Interesse für Biotech-Werte zu entdecken", erklärte ein Händler den Kursanstieg. Nachrichten aus dem Unternehmen seien keine bekannt.

Im schwächer tendierenden Finanzsektor führte das italienische Bankhaus Bipop Carire mit zeitweisen Kursabschlägen von 6,61 Prozent auf 2,12 Euro die Verliererliste an. Am Vorabend hatte das Unternehmen Umbesetzungen in der Chefetage und den Rücktritt von Board-Mitglied Bruno Sonzogni mitgeteilt.

Von den im Nemax 50 gelisteten Unternehmen verzeichneten am Vormittag 26 der Blue Chips Kursverluste, während 20 Titel Kursgewinne verbuchten.

Am breiten Markt konnte das Berliner Software Lipro AG-Unternehmen seinen Kurswert fast verdreifachen. Händlern zufolge seien zum einen Spekulationen von privaten Anlegern für die Kurszuwächse von zeitweise 192 Prozent auf 0,38 Euro verantwortlich. "Der Schlusskurs von gestern bei 0,13 Euro lockt jetzt wieder viele Anleger das Papier zu kaufen, da sie mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Chancen für eine Erholung sehen", sagte ein Händler. Zum anderen könnte das angekündigte Sanierungskonzept für den extremen Kursanstieg verantwortlich sein, sagte er ferner. Das finanziell angeschlagene Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass das Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren eröffnet habe.

Die Aktie des Münchener Medienunternehmen Helkon verbuchte mit Verlusten von 23 Prozent auf 2,31 Euro die höchsten Verluste am breiten Markt. Zuvor hatte Helkon unter anderem wegen des verschobenen US-Kinostarts des Films "Rollerball" auf Februar 2002 seine Planzahlen für das Geschäftsjahr 2000/2001 reduziert.

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