Nasdaq handelte wegen technischer Probleme eine Stunde länger
Wall Street geht uneinheitlich ins Wochenende

Die Anleger investieren wieder. Die Zinssenkung schürt die Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Wirtschaft. Während sich das Vorzeichen beim Dow Jones Index (10 502,40 Punkte / -63,81) schließlich wegen der Kursverluste von Honeywell doch noch rot färbte, konnte sich der technologieastige Nasdaq - Index im Plus (2 161,67 / +36,21) behaupten. Für ein hohes Handelsvolumen sorgte das "Window Dressing".

NEW YORK. Die Fondsmanager besserten zum Quartalsabschluss ihre Portfolios auf und strichen Marktverlierer von ihrer Liste und kauften Gewinner nach. Vom Aufpolieren profitierten insbesondere die Netzwerkausrüster Intel und Cisco, die zu den Tagesgewinnern zählten. Zum Wochenende konnten sich auch die Chiphersteller freuen. Schwer taten sich dagegen die Pharma- und Finanzwerte. Die Aktien der Bankhäuser Citigroup, Fannie Mae und Freddie Mac landeten im Minus. Für mehr als zwei Stunden hatte der Nachmittagshandel an der Nasdaq ausgesetzt. Wegen technischer Probleme wurde der Handel daher um eine Stunde verlängert.

Nach wie vor gut liefen am Freitag die Aktien des Technologiesektors. Dabei gab es auf Konjunkturebene weitestgehend Unterstützung für die Märkte. Das von der Universität Michigan für Juni erhobene Verbrauchervertrauen war besser ausgefallen als erwartet. Zudem lag auch der Chicagoer Einkaufsmanagerindex im Juni über den Schätzungen. Nur das Bruttoinlandsprodukt ist leicht zurückgegangen. Neuesten Prognosen zufolge wird die US-Wirtschaft dieses Jahr um lediglich 1,8 Prozent wachsen - die schwächste Phase seit zehn Jahren. Dennoch blieb der Optimismus der Händler ungetrübt. Laut einer Umfrage gehen 100 Prozent der Befragten davon aus, dass der Dow Jones Index zum Jahresende über dem derzeitigen Stand notieren wird.

Im Chipsektor sorgte zusätzlich die Empfehlungsliste von Analyst Eric Chen von J.P. Morgan für positive Bewegungen. Der Experte setzte Intel, AMD, Xilinx und Altera auf seine Liste. Angesichts des erwarteten Konjunkturaufschwungs im September sei der Zeitpunkt zum Einstieg günstig, so Eric Chen. Weniger zur Kenntnis genommen wurde dagegen die Gewinnwarnung von PMC-Sierra. Der Chiphersteller folgte den Konkurrenten Applied Micro Circuits und Vitesse Semiconductor und senkte die Gewinnerwartung für das zweite Quartal. Die Aktie konnte dennoch zulegen.

Gewinnwarnungen kamen auch aus der B2B-Ecke. Commerce One reduzierte die Gewinnerwartungen für das auslaufende Quartal. SAP will nun dem angeschlagenen Unternehmen mit einer kräftigen Finanzspritze unter die Arme greifen und seine Beteiligung an Commerce One 20 Prozent erhöhen. Das deutsche Unternehmen sichert sich somit einen Posten im Aufsichtsrat. Gemischte Gefühle bei den Anleger sorgen dafür, dass das Papier von Commerce One es schwach gut ins Plus schaffte.

Aber auch in der Old Economy ist nicht alles rosig. Der Chemiekonzern Dow Chemical sprach ebenfalls eine Warnung für das laufende Quartal aus. Das Unternehmen rechnet mit einem Gewinn von 28 bis 35 Cents je Aktie. Zuvor war das Management noch von einem Ergebnis zwischen 35 und 45 Cents ausgegangen. Die Nachricht beeindruckte die Anleger offenbar kaum. Das Papier von Dow Chemical war zuletzt nur leicht schwächer.

Die Aktie von Honeywell präsentierte sich am Freitag mit zehn Prozent Kursverlust erneut als größter Verlierer, während sich General Electric im Plus halten konnte. In einem weiteren Anlauf bot der Mischkonzern GE an, den Verkaufspreis um rund zwei Milliarden Dollar zu reduzieren. Damit hoffen die Unternehmen in den nächsten Tagen das "OK" von Wettbewerbshüter Mario Monti zu erhalten. Doch auf dem Parkett der New Yorker Aktienbörse gelten die Bemühungen von Honeywell Verzweiflungstat. Denn es wird befürchtet, dass die Lage des Konzerns schlechter als bisher vermutet ist.

Die nächste Woche dürften Investoren in den USA ruhig angehen lassen. Am Dienstag werden die Börsenpforten bereits um 19 Uhr MESZ geschlossen und am 4. Juli wird in den USA Independence Day gefeiert.

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