Nasdaq im Minus
Dow Jones knapp über 10 000 Punkten

Die Standardwerte konnten Gewinne verbuchen, die technologieorientierte Nasdaq-Börse schloss mit einem Minus von mehr als einem Prozent

Reuters New York. Die New Yorker Aktienbörsen haben Donnerstag uneinheitlich mit einem nachgebenden Grundton geschlossen. Die Standardwerte konnten Gewinne verbuchen, die technologieorientierte Nasdaq-Börse schloss mit einem Minus von mehr als einem Prozent. Positive Impulse kamen vom Telekommunikations-Konzern Nokia. Dass Nokia nicht die befürchtete Gewinnwarnung ausgesprochen habe, habe den Anlegern wieder etwas Mut gemacht, erklärten Händler. Doch im Verlauf der Sitzung nahmen die skeptischen Markteinschätzungen zu. Die festere Tendenz sei wenig mehr als eine technische Reaktion auf vorangegangene Verluste und deute kaum einen Richtungswechsel an, hieß es.

Der Blue-Chip-Index Dow Jones, der sich in der zweiten Handelshälfte gerade so über der Marke von 10.000 Punkten halten konnte und bei 10.097 das Tageshoch verzeichnet hatte, stand zum Schluss bei 10.031,28 Punkten und verzeichnete damit einen Tagesgewinn von 57,82 Zählern oder 0,55 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index verlor 31,38 Zähler oder 1,58 Prozent auf 1940,71 Punkte. Der breite S&P Index verbesserte sich um sechs Punkte auf 1173 Zähler. Die Aktivität der Anleger halte sich in Grenzen. Die Zahl der Aktien mit Kursgewinnen war leicht höher als die der Kursverlierer. Von einer Hausse könne beileibe keine Rede sein, sagte ein Händler. Die in den USA gehandelten Titel der finnischen Nokia verzeichneten einen Gewinn von fast 15 Prozent.

Die Technologiebörse Nasdaq konnte frühe Gewinne nicht halten. Cisco, die zeitweise gut zwei Prozent auf 20-3/4 Dollar zugelegt hatten, schlossen gerade noch 0,3 Prozent fester. Vom Jahreshoch von 82 Dollar ist der Titel ohnehin noch weit entfernt. Der Telecom-Index der American Stock Exchange stieg um mehr als zwei Prozent. Aktien aus dem Software-Sektor machten nach Händlereinschätzung einen angeschlagenen Eindruck. Oracle verloren acht Prozent, Adobe gingen vier Prozent schwächer aus dem Markt. Hardware-Aktien konnten zulegen. Bekannte Standardwerte konnten frühe Gewinne nicht halten. IBM, zunächst um mehr als ein Prozent fester, verbuchten einen Tagesgewinn von 0,6 Prozent. Microsoft lagen zum Schluss im Minus. Auch die zunächst festeren Finanzwerte rutschen zum Handelsende ins Minus.

Die anstehende "dreifache Hexenstunde" am Freitag habe dem Markt etwas Auftrieb verliehen. Am Freitag laufen Optionen, Index-Optionen und Futures-Kontrakte aus, und es ist nach Händlerangaben mit einem volatilen Marktverlauf zu rechnen.

Im Blickfeld der Investoren befand sich weiterhin die kommende Zins-Sitzung der US-Notenbank Fed am nächsten Dienstag. Viele Anleger rechnen mit einer erneuten Zinssenkung. Für viele sei nur offen, wie aggressiv das Fed gegen die Konjunkturverlangsamung vorgehen wolle, sagte ein Händler. Manche Anleger würden auf eine Zinssenkung um 75 Basispunkte spekulieren und hätten im Hinblick darauf nun auch Aktien gekauft, sagte ein Händler. Doch, dass die Fed um mehr als 50 Basispunkte senken werde, sei wenig wahrscheinlich. Ob der Markt schon seinen Boden gefunden habe, bleibe wirklich abzuwarten, sagte ein Fondsmanager.

Der S&P Index, der gemessen an den Hochständen 20 Prozent verloren hat, komme langsam in den Bereich eines Bären-Marktes, sagte ein Händler. Ein Research-Experte sprach von "noch mehr Schmerz und Tränen", die es zu ertragen gelte, bevor der Markt nach oben drehen dürfte.

Die USA leben immer noch über ihre Verhältnisse. Das Leistungsbilanzdefizit des Landes kletterte im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordhoch. Volkswirte hatten die ungleichgewichtig hohe Importnachfrage der USA wiederholt kritisiert und als eine der größten Gefahren für die Volkswirtschaft bezeichnet. Auch die amerikanische Notenbank hatte sich mehrfach besorgt über das Defizit geäußert. Am Freitag wird die Erzeugerpreis-Statistik veröffentlicht. Sie gilt als ein Indikator, der auch von der US-Notenbank genau betrachtet wird.

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