Nasdaq im Plus
Konjunkturdaten belasten US-Standardwerte

Eine Reihe enttäuschender US-Konjunkturdaten hat am Donnerstag die Wall Street belastet und die Standardwerte ins Minus gedrückt. Nach den jüngsten positiven Geschäftsberichten sorgten die Daten für eine gewisse Ernüchterung, sagten Aktienhändler. Die Verluste hielten sich aber in Grenzen, weil die Wirtschaftszahlen bereits in den Kursen enthalten seien und die Anleger nun verstärkt nach vorne schauten. Die Technologiewerte profitierten von erfreulichen Unternehmensnachrichten und schlossen freundlich.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index 30 führender Standardwerte ging mit einem Minus von 0,3 Prozent auf rund 8454 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-Index notierte kaum verändert mit rund 916 Zählern. Der technologielastige Nasdaq-Index dagegen legte 0,6 Prozent zu auf rund 1473 Punkte.

In den vergangenen Wochen hatten die Geschäftszahlen der Unternehmen für das abgelaufene Quartal weitgehend die Erwartungen erfüllt oder übertroffen und damit für Optimismus am Markt gesorgt. "Aber heute Morgen gab es einen rauen Weckruf durch die schwachen Zahlen", sagte David Sowerby, Marktstratege bei Loomis Sayles, mit Blick auf den an den Finanzmärkten viel beachteten Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager. Dieser war im April überraschend zurückgegangen. Auch die Zahlen zur Produktivität im ersten Quartal und zu den Bauausgaben im März blieben unter den Erwartungen. Weitere Daten, die ebenfalls schlechter als von Volkswirten prognostiziert ausfielen, unterstrichen die angespannte Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. An den Finanzmärkten wird bereits mit Spannung der US-Arbeitsmarktbericht für April erwartet, der am Freitag veröffentlicht wird.

Händlern zufolge rücken die Konjunkturdaten für die jüngsten Wochen und Monate allerdings allmählich in den Hintergrund. Die Zahlen stünden schließlich unter dem Eindruck vergangener Ereignisse wie dem strengen Winter und dem Irak-Krieg. "Die Leute sagen jetzt, lasst uns nach vorne schauen, der Markt ist günstig, und es gibt hier richtige Werte", sagte Michael O'Hare von Lehman Brothers.

US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte am Mittwoch einen vorsichtig optimistischen Konjunkturausblick gegeben. Er erwartet demnach eine Erholung der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Zugleich warnte Greenspan allerdings auch vor Gefahren für die erhoffte konjunkturelle Belebung, wozu er insbesondere die andauernde Investitionszurückhaltung der Unternehmen zählte.

Bei den Technologietiteln hellten positive Unternehmensberichte die Stimmung auf. Die Aktien des Softwareherstellers Macromedia legten um 32,4 Prozent zu auf 16,81 Dollar, nachdem die Firma einen Quartalsgewinn und gestiegene Umsätze bekannt gegeben hatte. Die Titel von Adobe Systems kletterten 6,3 Prozent auf 36,71 Dollar. Der Softwareproduzent hatte zuvor seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Quartal angehoben.

Auch die Aktien des Dow-Werts Exxon Mobil legten gegen den Markttrend an der New Yorker Börse um 0,8 Prozent auf 35,48 Dollar zu. Der Ölkonzern hatte einen Gewinnanstieg im ersten Quartal mitgeteilt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,39 Milliarden Aktien den Besitzer. 1680 Werte legten zu, 1545 gaben nach und 204 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,44 Milliarden Aktien 1686 im Plus, 1414 im Minus und acht unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 2/32 auf 100-07/32. Sie rentierten mit 3,85 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 9/32 auf 109-01/32 bei einer Rendite von 4,78 Prozent.

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