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Nasdaq mit siebtgrößtem Punktverlust

Neues Spiel, neues Glück besagt das Sprichwort. Doch so kam man von diesem Jahresauftakt nicht behaupten. Der Nasdaq - Index schloss am ersten Handelstag des Neuen Jahres mit dem siebtgrößten Verlust seit 20 Jahren. Schlechte Wirtschaftsdaten, negative Analystenkommentare und unerfreuliche Unternehmensmeldungen nahmen der Wall Street die Neujahresstimmung.

Waren es im vergangenen Jahr die computerbezogenen Werte, die den Technologie-Index unter Druck setzten, sorgen nun die Internet-Infrastrukturwerte für schlechte Stimmung. Dabei galten sie während des Sturms auf dem High-Tech-Markt noch als sicherer Hafen für freies Kapital. Händler auf dem Paket sprechen bereits von der Blase der Infrastrukturwerte. Robertson Stephens setzte den Bereich zum Wochenauftakt mit pessimistischen Kommentaren unter Druck. Zu VeriSign und anderen Werten äußerten sie sich skeptisch. Die Analysten stuften die Aktien von EMC, Veritas Software und Network Appliance von "kaufen" auf "langfristig attraktiv". Als Grund nannten die Experten die als stark rückläufig erwartete Umsatzentwicklung des Sektors. Die abkühlende US-Wirtschaft und die rückläufige Zahl neuer Unternehmen sowie das mangelnde Investitionskapital bei Dot.com Unternehmen schadeten dem Sektor und würden im ersten Quartal des neuen Jahres ein langsameres Wachstum hervor rufen.



Doch neben belastenden Analystenkommentaren verhagelten auch neue Wirtschaftsdaten die Stimmung an den Märkten. Der Optimismus der Anleger auf eine baldige Erholung der Märkte schwindet zunehmend. Auch weiterhin deuten Indikatoren auf die Abkühlung der US-Wirtschaft. So fiel der Nationale Einkaufsmanager-Index im Dezember mit 43,7 auf den niedrigsten Stand seit der Ende der Rezession vor rund zehn Jahren. Analysten hatten einen Wert von 47 Punkten erwartet. Die Anzahl der Aufträge und die Produktion der US-Wirtschaft gingen im vergangenen Monat unerwartet stark zurück.



Auf die Entwicklung der Wirtschaft und die Aktienmärkte zusätzlich belastend wirken sich steigende Preise aus. Der "Prices Paid" Index lag mit 61 Punkten rund zehn Prozent über den Schätzungen des Marktes. Produzenten und Unternehmen versuchen sichtlich die rückläufigen Auftragseingänge mit höheren Preisen aufzufangen.



Auf den Einkaufsmanager-Index belastend wirkt sich besonders die schleppende Nachfragesituation auf dem Stahl- und Automobilsektor aus. Ford, General Motors und DaimlerCrysler hatten bereits in den vergangen Wochen die Umsatzprognosen reduziert.



Während Cisco, Qualcomm und Veritas das Börsenbarometer der Nasdaq in die Tiefe zogen, litt der Dow Jones Index unter den Kursverlusten von General Electric, Boeing und United Technologies. Die Aktie von General Electrics war wegen negativer Kommentare zu seinen Flugmotoren ins Straucheln geraten. Laut eines Artikels im Wall Street Journal gäbe es gelegentlich auftretende technische Schwierigkeiten bei General Electrics CF-6 Düsenmotor. Der in fast 5.000 Flugzeugen der Marke Boeing und Airbus installierte Motor ist die weltweit meist genutzte Antriebskraft für Flugzeuge. Den Anlegern gefiel die Nachricht nicht. Die Aktie des Blue Chip verlor rund acht Prozent.



Boeing

büßte ebenfalls an Wert ein, nachdem Experten von First Union Securities die Aktie von "aggressive kaufen" auf "kaufen" abstuften. Die schwächere Konjunktur, die höheren Lohnkosten und die anziehenden Kerosinpreise würden den Flugzeugbauer in diesem Jahr Aufträge kosten und Einnahmen und Gewinne reduzieren.

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