Nasdaq notiert im Minus
Wall Street uneinheitlich: Dow rauf, Techs runter

Der Dow Jones Index verbessert sich um 50 Zähler, nachdem die Blue Chips am Vortag eine Auszeit genommen hatten. Die Nasdaq hingegen notiert nach drei Tagen mit teilweise ansehnlichen Kursgewinnen mit 15 Zählern im Minus.

Zuletzt hatten positive Unternehmensnachrichten und die optimistischen Kommentare zahlreicher Analysten den Markt gestützt. So hatte Salomon Smith Barney angesichts guter Fundamentaldaten das Kursziel für den Dow Jones auf 11 400 Punkte heraufgesetzt, das sind 8 % über dem aktuellen Stand. Für den marktbreiten S&P 500 sieht man ein Aufwärtspotential von 13 bis 17 %.

Allerdings gibt es auch vorsichtige Stimmen, und die bleiben auch am Mittwoch nicht aus: Nach Morgan Stanley rät nun auch Merrill Lynch den US-Investoren, vermehrt im Ausland zu investieren. Im globalen Musterportfolio wird Euroland weiter auf "untergewichten" gesetzt, den US-Aktienmarkt und England senkt man auf "neutral" ab. Favoriten der Analysten sind Japan und die Emerging Markets. Beide Regionen werden auf "übergewichten" aufgestuft.

Chipsektor leidet unter Ertragswarnung von McData

Schwäche zieht sich im Mittwochshandel durch den Chipsektor, der in den vergangenen Tagen stark zugelegt hatte. Eine Ertragswarnung von McData hatte am späten Dienstagabend gezeigt, wie unberechenbar Investitionen in Speichertechnologie zur Zeit sind. Die Analysten von JP Morgan reagieren und senken die Ertrags- und Umsatzprognosen für das Unternehmen und die Konkurrenten EMC und Inrange Technologies. Aktien von McData verlieren 28 %, Inrange Technologies gibt 13 %, EMC gibt 6 % ab.

Mit einem Minus von 1,1 % notiert auch Branchenführer Intel schwach, obwohl sich Merrill Lynch optimistisch äußert: Einen Tag vor der Quartalszwischenbilanz gehen die Analysten davon aus, dass das Management die Umsatzprognose von ursprünglich 6,4 bis 7 Mrd. Dollar auf 6,7 bis 7 Mrd. Dollar nach oben einengen wird. "Intel hat sich für das laufende Quartal sehr konservative Ziele gesteckt", so der Analyst Joe Osha. Die Kollegen bei Morgan Stanley sehen die Lage ähnlich positiv, sie stuften die Aktie erst am Dienstag auf "aggressiv kaufen".

Zu den frühen Verlieren gehört die Aktie des Online-Buchhändlers Amazon . Finanzvorstand Warren Jenson hat nach drei Jahren seinen Abschied angekündigt. Kritiker vermuten, dass sich der Finanzchef einen guten Abgang verschaffen will. Für den Onlinehändler werde es schwierig, die starken Ergebnisse im vierten Quartal 2001 zu wiederholen. Papiere von Amazon verlieren 5,3 %.

Mit dem Kartenservice Ticketline steht ein weiterer Internetwert unter Druck. Die Analysten von Salomon Smith Barney stufen die Aktie auf "neutral" ab, das Papier verliert 3,4 %. Auch die Aktie von Yahoo gibt 2,4 % ab, obwohl das Unternehmen am Morgen einen erfolgsversprechenden Deal mit dem TV-Riesen Fox bekannt gegeben hat. Danach wird Fox sein TV- und Filmangebot massiv bei Yahoo bewerben, für das Unternehmen ist es die bisher größte Online-Werbekampagne.

ImClone-Aktie klettert um 20 %

Der größte Gewinner im Handel an der Nasdaq kommt aus dem Biotech-Sektor. Aktien von ImClone legen erneut 20 % zu, nachdem sich das Unternehmen mit dem Pharmariesen Bristol-Myers Squibb auf die Bedingungen einer Zusammenarbeit in bezug auf das Krebsmittel Erbitux geeinigt hat. Bristol wird ImClone, wie ursprünglich vereinbart, 500 Millionen Dollar Entwicklungsgelder zahlen, das Biotech-Unternehmen erhält außerdem 39 % der Erlöse aus dem Medikament, das im Falle einer Marktzulassung durch die Prüfbehörde FDA zu einem Blockbuster werden könnte.

Auf der Verliererseite notieren die Papiere von Hewlett-Packard . Offensichtlich sind Anleger über eine mögliche Fusion der Drucker-Herstellers mit dem Computerbauer Compaq nicht ausnahmslos glücklich. Die Anlegervertretung ISS, die 23 % der institutionellen Investoren bei HP vertritt, hat ihren Klienten empfohlen, für einen Merger zu stimmen. Analysten sind nun geteilter Meinung: Dan Niles, Tech-Analyst bei Lehman Brothers, sowie die Experten von Merrill Lynch sprechen sich für eine Fusion aus. Die UBS Warburg ist weiterhin gegen den Deal, ebenso die Bank of America, die Anlegern empfiehlt, sich von beiden Aktien zunächst fernzuhalten. Hewlett-Packard gibt 2,6 % ab, Papiere von Compaq gewinnen 4,4 %.

Nach branchenweiten Herabstufungen durch die UBS Warburg ging es mit dem Airline-Sektor am Dienstag bergab. Im frühen Mittwochshandel erholen sich die Papiere. Mit einem Plus von 4,6 % legt vor allen United Airlines zu, nachdem deren Mechaniker einen neuen Tarifvertrag unterzeichnet haben. Damit sind die Streiksorgen für den Carrier aus der Welt. Auch Mesa Air gewinnt am Morgen. Das Unternehmen sagt, die Passagier-Meilen, eine der wichtigsten Vergleichsgrößen der Branche, seien im Februar um 12,3 % gestiegen. Die Auslastung sei im selben Zeitraum auf über 50 % gestiegen. Mesa Air verbessert sich um 1 %.

Einen der stärksten Sektoren bilden die Aktien der Stahlunternehmen. Nachdem US-Präsident George W. Bush Einfuhrzölle bis zu 30 % auf verschiedene Stahlerzeugnisse bekannt gegeben hat, erwarten Marktbeobachter kräftige Gewinnzuwächse für die Branche. Die Zölle betreffen US-Handelspartner in Europa, Südamerika und Japan, nicht aber Mexiko und Kanada. Die Europäische Union und andere Stahllieferanten werfen Bush vor, gegen die Bestimmungen der Welthandelsorganisation zu verstoßen. Bethlehem Steel klettert um 17 %, die übrigen Papiere des Sektors verbessern sich um etwa 2 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%